Symbol für Luxus und sportliche Leistung
Vergessen Sie Porsche, Mercedes SL, Audi TT! Wenn Sie mal so richtig, aber wirklich so richtig, im Straßenverkehr auffallen wollen, dann fahren Sie einen Cadillac XLR. Der Roadster der amerikanischen Edelmarke ist breit, lang, kantig - und wahnsinnig schnell.

Seine Power hält die 326-PS-Kanone zunächst vornehm zurück: Vorausgesetzt man hält den Gasfuß ruhig, surrt der XLR im Stadtverkehr sanft vor sich hin. Aber schon beim leichten Tippen aufs Gaspedal spricht der 4,6-Liter-V8-Motor dankbar an – er ist nicht zum Zockeln geboren! Beim atemberaubenden Beschleunigen (von 0 auf 100 km/h in 5,9 Sekunden) kreischt der Motor eindrucksvoll auf und mit voller Wucht wird man in die komfortablen Ledersitze gedrückt. Blitzschnell, sicher – das flache, 1,8 Tonnen-Teil liegt dank ausgewogenem Gewichtsverhältnis wie ein Brett auf der Straße – und unmerklich sind 200 km/h erreicht. Ob bei 250 wirklich Schluss ist?
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Sehr sinnvoll für diese Hochgeschwindigkeiten ist das Head-Up-Display, das wichtige Informationen wie Tempo und eingelegter Gang für den Fahrer auf die Frontscheibe projiziert. Da bleibt der Blick immer auf die Straße gerichtet - die Vordermänner können schneller eingeholt sein (oder Rechtsfahrer schneller ausscheren), als man denkt. Für die Verwandlung vom Coupé zum Open-Air-Roadster muss der XLR jedenfalls stehen. Per Knopfdruck öffnet oder schließt sich das Hardtop in einer einzigen nahtlosen Bewegung in weniger als 30 Sekunden. Und dann sieht der sonst eher protzig wirkende XLR richtig edel aus.

Alltagstauglich ist das Auto natürlich nur bedingt: Der "Kofferraum" umfasst zwar bei geschlossenem Dach noch 319 Liter, ist aber nur zum Transport von ganz flachem Gepäck (z.B. Golfbag) geeignet. Mit versenktem Dach ist auch der Kofferraum fast komplett verschwunden, winzige 125 Liter Volumen verbleiben. Am Heck befindet sich eine Ultraschall-Einparkhilfe, die aber gerade für die lange Frontpartie angebracht wäre – etwas unübersichtlich ist der „Riesenschnauzer“ schon. Die Defizite der flachen Fensterlinie merzen riesige Spiegel innen und außen, die sich automatisch der Helligkeit anpassen, fast aus – nur der Schulterblick nach rechts nützt gar nichts. Da versperrt die Kopfstütze des Beifahrers die Sicht nach draußen in die raue Wirklichkeit.
A propos Wirklichkeit: Für 79.990 Euro ist der Autotraum (die lange Liste der „Extras“ wie z.B. 5-Gang-Automatik-Getriebe, Starterknopf, Keyless Access, Doppel-Auspuff, Adaptive Cruise Control, regensensitive Scheibenwischer inklusive) zu haben. Sinnvoll wären aber zudem Rücklagen für den Bau einer neuen Garage – der 1,836 m breite, 4,514 m lange und 1,280 m XLR passt zwar rein, aber die großen Türen gehen dann nicht auf – und natürlich für Sprit. Laut Hersteller verbraucht die 4,6-Liter-Maschine 9,0 Liter Superbenzin außerstädtisch, 18,2 Liter im Stadtverkehr. Wer sich so einen Luxus-Roadster leisten kann, muss auf den Spritcent kaum achten…
(05.09.2006 Claudia Träger)