"2 Profis für 4 Räder": Sidney Hoffmann im Interview

"2 Profis für 4 Räder": Interview mit Tuningprofi Sidney Hoffmann
Tuningprofi Sidney Hoffmann war als Kind schon von Autos begeistert. © VOX/Guido Lange

10 Fragen an den Autoprofi

Sidney Hoffmann ist einer von den "2 Profis für 4 Räder". Im Interview steht der Tuningexperte in zehn Fragen Rede und Antwort:

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Wie kam es zu Ihrer Begeisterung für Autos?

Als kleiner Junge ging es natürlich schon mit Bobby Car, Kettcar und Co. los - also alles, was mit Autos zu tun hatte. Mit 16 Jahren bekam ich dann mein 80er Motorrad. Da habe ich dran rumgeschraubt und angefangen, auch für Kollegen zu schrauben. Das habe ich auch mit 18 Jahren weitergeführt, als ich mein erstes Auto bekommen habe. Das hat nach dem Schrauben zwar mehr Öl als Benzin gefressen - aber es sah cool aus, meiner Meinung nach. Während meines Studiums habe ich Unfallautos repariert, damit ich nebenbei mein Studium ein bisschen finanzieren konnte. Ich hatte drei, vier, fünf Garagen und habe Autos cool umgebaut. Ich wollte was Schönes machen und Autos individualisieren.

Was macht Sie zu einem Gebrauchtwagen- und Tuning-Experten?

Meine Leidenschaft wurde quasi zum Beruf. Am Anfang habe ich mit „2 Profi für 4 Räder“-Kollege Jean-Pierre Kraemer eine Tuning-Firma gegründet und die haben wir recht erfolgreich betrieben. Dann wollten wir beide unser eigener Chef sein und so hat jeder für sich eine Firma gegründet, die wir jetzt erfolgreich führen. Da wird man täglich mit ganz verschiedenen Autos und Problemen konfrontiert, wie: Warum läuft mein Auto nicht? Bis hin zu: Mein Auto ist hässlich, bitte hilf mir, mach es schön. Deswegen habe ich auch einen recht guten Überblick über den Gebrauchtwagenmarkt und die Gebrauchtwagenleiden.

Wo findet man heute noch echte Gebrauchtwagen-Schnäppchen?

Gar nicht mehr. Früher, als das Internet noch nicht so stark genutzt wurde, konnte man durch Anzeigen in den Fachzeitschriften echt noch Schnäppchen kriegen. Mittlerweile ist das Ganze so durchsichtig und jeder Privatmann kann sich irgendwo einen Durchschnittspreis holen und sich am teuersten Preis orientieren. Diese Online-Mentalität macht es natürlich sehr schwer, noch ein Schnäppchen zu bekommen. Ich glaube, man bekommt nur noch ein wirkliches Schnäppchen, wenn ein Verkäufer mit dem falschen Fuß aufsteht oder aus Versehen einen Zahlendreher im Preis angegeben hat.

Worauf ist beim Kauf von Gebrauchtwagen besonders zu achten?

Da gibt es natürlich verschiedene Vorgehensweisen. Man muss beim Verkäufer vor allem auf kleine Spitzfindigkeiten achten. Und zwar, wie er was anpreist und ob er sehr pfleglich mit den Sachen umgeht. Man merkt, ob er im Verkaufsgespräch nur eine Geschichte erzählt, die er sich vorher zurechtgelegt hat. Wenn sie nicht echt klingt, sollte man an allem zweifeln, was er sagt.

Außerdem: Das Auto lügt nicht. Achte immer darauf, wie das Auto behandelt worden ist. Man guckt einfach das Auto an: Hat es viele Macken, wie sieht der Motor aus, was für Reifen wurden drauf gemacht. Als Beispiel: Ein Porsche-Boxster-Fahrer hat keine Kohle und macht die billigsten Reifen drauf. Dann weiß man, dass er auch sonst nie High-End-Neuteile verbaut haben wird, sondern immer das Günstigste genommen hat - das ist natürlich nicht gut für das Auto.

Was erwartet die VOX-Zuschauer in „2 Profis für 4 Räder“?

Er kann eine Menge lernen, vor allem, was den Gebraucht- und Neuwagenmarkt angeht. „2 Profis für 4 Räder“ ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch informativ. Denn wir geben den Zuschauern Wissen mit an die Hand, wie sie beim nächsten Autokauf nicht für blöd verkauft werden.

Ihre Schützlinge in „2 Profis für 4 Räder“ haben natürlich schon vor der Suche ihres neuen Traumwagens klare Vorstellungen im Kopf. Aber reicht das Budget dafür auch immer aus?

Es gibt sicher manchmal auch Preisvorstellungen, da packt man sich an den Kopf, weil es total utopische Wünsche sind. Ich verstehe diese Leute aber sehr gut, die haben so viel gespart und auf so viel verzichtet und wollen dann das Beste für ihr Geld bekommen. Meistens kriegt man die Schützlinge aber auf den richtigen Weg, in dem man mit ihnen redet und sagt, welche Abstriche sie für ihren Traum machen müssen. Das sind meistens nur kleine Stellschrauben, die das Budget aber doch relativieren.

Wie groß ist die Sorge, dass das richtige Auto dann doch nicht dabei ist?

Die Sorge ist immer da, weil man ja nicht in der Person drinsteckt. Man versucht ja immer das gesamte Spektrum abzudecken. Manche Autos haben unsere Schützlinge vielleicht gar nicht auf dem Schirm. Dadurch gibt es oft sehr viele positive Überraschungen und man ist froh, dass man ihnen das Auto vorgestellt hat. Es kommt aber darauf an, wie weit wir uns bei der Auto-Auswahl aus dem Fenster lehnen.

Haben Sie noch ein absolutes Traumauto, was noch nicht in der Garage steht?

Ja klar. Ich möchte unbedingt einen Porsche 964 Turbo aus dem Film „Bad Boys“ haben. Und einen alten Käfer Cabrio hätte ich auch ganz gern …

Wie viele Punkte haben Sie in Flensburg?

Nach altem Punktekonto sind es sage und schreibe nur 13.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie sich nicht mit Autos beschäftigen?

Ich beschäftige mich immer mit Autos. Das ist wirklich eine fiese Frage, weil alles immer mit Autos zu tun hat. Also sonst genieße ich einfach meine Freizeit, in jeglicher Art und Weise. Ich bin unheimlich gerne in der Natur. Ich versuche sehr viel Sport zu machen, ich laufe abends im Wald. Früher bin ich gerne mit Kopfhörern gelaufen, jetzt ohne, um die Natur zu hören – also das krasse Kontrastprogramm zu den üblichen Motorengeräuschen. Ich interessiere mich auch sehr für Design und beschäftige mich in meiner Freizeit viel mit Architektur. Ich glaube, da kommen auch meine ganzen Ideen fürs Auto-Tuning her.