40 Jahre Queen - Die Biographie

Queen
(c) Foto: VOX/Universal

Queen - Die Biographie

Über 300 Millionen verkaufte Tonträger, 14 Nummer-1-Alben sowie über 700 Live-Auftritte und ein Duzend Welttourneen - Queen gehört unweigerlich zu den erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Mit Songs wie "We Are the Champions", "We Will Rock You" und "Radio Ga Ga" setzten sich Sänger Freddie Mercury, Gitarrist Brian May, Schlagzeuger Roger Taylor und Bassist John Deacon ein musikalisches Denkmal. Jedes Bandmitglied schrieb mindestens einen der 18 Nummer-1-Hits - einmalig in der Geschichte der Rockmusik.

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Der 1947 in London, Großbritannien, geborene Brian May lernte bereits mit sieben Jahren Gitarre zu spielen und baute im Alter von 16 Jahren mit seinem Vater seine E-Gitarre "Red Special" - mit der er als einer der besten Gitarristen weltweit den unverwechselbaren Queen-Sound prägen sollte. Gemeinsam mit dem damals 20-jährigen Schulfreund Tim Staffell und dem 19-jährigen Roger Taylor gründete May 1968 zunächst die Band "Smile". Nach Staffells Abschied wurde dessen Freund Farrokh Bulsara der neue Sänger der Band, der sich wenig später den Künstlernamen Freddie Mercury gab. Ab 1970 trat die Gruppe als Queen auf. Ein Jahr später stieß John Deacon als Bassist dazu - damit waren sie komplett. Zusammen veröffentlichten sie dann im Juli 1973 ihr erstes Album "Queen".

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Der internationalen Durchbruch gelang der Band nur ein Jahr später mit ihrer Single "Killer Queen", denn diese schaffte sowohl in Großbritannien als auch in den USA den Sprung auf Platz 2 der Charts. "Bohemian Rhapsody" war im Jahr 1975 neun Wochen lang nicht vom britischen Chart-Thron zu stoßen - trotz des ungewöhnlichen Aufbaus und einer Länge von über fünf Minuten ein damaliger britischer Rekord. Queen setzte neue Maßstäbe - und das nicht nur musikalisch. Um nicht zu jedem Fernsehauftritt persönlich antreten zu müssen, wurden sogenannte "Pop Promos" aufgezeichnet. Doch erst durch den Erfolg dieser Video-Aufnahmen zu "Bohemian Rhapsody" wurde es gängige Praxis der Plattenfirmen, zu jeder Single ein Musikvideo zu produzieren.

Nach weiteren Nummer-1-Hits ("Crazy Little Thing Called Love", "Another One Bites the Dust") gingen Queen neue Wege und veröffentlichten ihren ersten, im Wesentlichen aus Instrumentalstücken bestehenden Soundtrack "Flash Gordon" für den gleichnamigen Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1980 - einmal mehr machte die Gruppe damit ihre große stilistische Bandbreite deutlich. Ihr erstes Greatest-Hits-Album aus dem Jahr 1981 wurde zum meistverkauften Album in Großbritannien und konnte sich dort zehn Jahre lang in den Charts halten.

Die Bandmitglieder widmeten sich ab 1981 auch verstärkt ihren Solo-Projekten. Der studierte Astrophysiker May litt zudem in den Achtziger- und Neunzigerjahren unter schweren Depressionen, während sich Mercury einem zunehmend ausschweifenden Lebensstil hingab. Zeitweise trugen die Rockmusiker sogar heftige Kämpfe untereinander aus, ihr Verhalten zueinander während der Auftritte musste vertraglich geregelt werden. Doch allen Umständen zum Trotz produzierte Queen weitere Hit-Alben, darunter "Hot Space" (1982) sowie "The Works" (1984). Mit ihrem bombastischen Stadionrock lockte Queen auch immer wieder tausende Fans zu Konzerten. Im März 1981 begeisterte sie über 131.000 Zuschauer im Morumbi-Stadion von São Paulo. Unvergessen blieb auch ihr "Live Aid"-Auftritt im Juli 1985. Mehr als 120.000 Zuschauer besuchten im August 1986 das Abschlusskonzert der "Magic Tour", bei dem Queen das letzte Mal in der eingespielten Besetzung auftrat.

Im Verlauf ihrer Karriere erhielt Queen unzählige musikalische Auszeichnungen wie die prestigeträchtigen BRIT Awards (1977, 1990, 1992), unter anderem für ihre außergewöhnlichen Beiträge zur britischen Musik. Im Jahr 2001 wurde Queen in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen, die BBC-Hörer wählten die Band 2007 zur "besten britischen Band aller Zeiten" - die Beatles landeten dabei nur auf Platz 2.

Aufgrund Mercurys fortschreitender Aids-Erkrankung, die trotz vieler Gerüchte erst einen Tag vor dessen Tod am 24. November 1991 öffentlich wurde, verzichtete Queen Ende der Achtzigerjahre auf Live-Touren. Freddie Mercury, der sich als erster Rockstar bereits Mitte der Siebzigerjahre zu seiner bisexuellen Neigung bekannte, wurde nur 45 Jahre alt. Wegen des großen Umfangs seiner Stimme, seines schauspielerischen Talents und der ungeheuren Bühnenpräsenz gilt Mercury noch heute als einer der herausragendsten und extravagantesten Rocksänger. Kurz nach seinem Tod kletterte "Bohemian Rhapsody" 16 Jahre nach der ersten Veröffentlichung noch einmal auf Platz 1 der britischen Single-Charts - die Erlöse spendeten May, Taylor und Deacon an eine Aids-Stiftung. In Gedenken an die Rock-Ikone und um das Bewusstsein für Aids zu stärken, veranstalteten sie am Ostermontag 1992 das gigantische "Freddie Mercury Tribute Concert" im Wembley-Stadion, das live im Radio und Fernsehen übertragen wurde und bei dem zahlreiche Musikstars wie David Bowie, Metallica und Elton John auftraten.

"The Show Must Go On" sang Mercury noch kurz vor seinem Tod, und so feierte 2002 das Queen-Musical "We Will Rock You" seine Premiere. May und Taylor gaben ab 2005 unter dem Namen "Queen + Paul Rogers" mit dem ehemaligen "Bad Company"-Sänger Paul Rodgers erneut Konzerte und nahmen 2008 das Album "The Cosmos Rocks" auf. 2012 gaben Queen außerdem im Rahmen der Fußball-EM mehrere Open-Air-Konzerte mit Adam Lambert, dem zweitplatzierten der American Idol Staffel 2009.