50 Jahre Mauerbau

Am 13. August 1961 in Berlin

Sie war das Monument des Kalten Krieges, das Symbol der Teilung der Welt in Ost und West: die Mauer. Vor genau 50 Jahren, am 13. August 1961, als "antifaschistischer Schutzwall" von der DDR errichtet, markiert das Bauwerk den dramatischen Höhepunkt der Auseinandersetzung zwischen den USA und der Sowjetunion. Das Ringen der Großmächte um die Vorherrschaft in der Welt wurde immer wieder auf deutschem Boden ausgetragen. Insbesondere in Berlin drohte der Kalte Krieg heiß zu werden: In den 1960er Jahren stand die Welt gleich mehrfach vor einem Atom-Krieg.

Die Berliner Mauer trennte ab 1961 nicht nur Ost und West, sondern auch Familien, Freunde und Liebende. Auch wenn die Mauer für viele West-Deutsche nur eine Unannehmlichkeit war, über die man sich empörte - für Ost-Deutsche bedeutete sie das Ende der Welt. Es war ein Gefängnis und jeder Ausbruchsversuch war lebensgefährlich. Trotzdem wagten ungezählte Menschen ihre Flucht in die Freiheit, viele bezahlten dafür mit ihrem Leben.

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50. Jahrestag des Mauerbaus

Zum 50. Jahrestag des Mauerbaus rekonstruiert die "große Samstags-Dokumentation" die Ereignisse, die zur Teilung Deutschlands in Ost und West führten. Gegen Hitler hatten die USA und die Sowjetunion noch gemeinsam gekämpft. Doch schon kurz nach Kriegsende wurden extreme Differenzen deutlich. Sie führten schließlich zum Bruch zwischen den Alliierten. Es begann ein Wettkampf der Systeme. Dass Deutschland heute wie selbstverständlich zum westlich orientierten und demokratischen Staatenbund gehört, war nach Kriegsende noch völlig offen. Der Ost-West-Konflikt verschärfte sich durch die Entwicklung und den Einsatz der Atombombe dramatisch. Nur wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, mitten im Aufbruch und Wiederaufbau, drohte die totale Vernichtung. Deutschland wird zum Spielball der Supermächte und das geteilte Berlin zur Hauptstadt der Spione, der geheimen Entführungen, der Sabotage und der Propaganda.

Einen ungewöhnlichen Blick auf die Zeit des Kalten Krieges ermöglichen unter anderem Lehrfilme für US-Soldaten, die über die gefährlichen Deutschen und die Wirkung von amerikanischen Zigaretten auf deutsche "Fräuleins" aufklären. Je nach Perspektive preisen oder verdammen Propaganda-Filme die Segnungen des Sozialismus oder des Kapitalismus. Seltene Farbaufnahmen von Modenschauen und Muster-Genossenschaften im Osten zeichnen ein Sittenbild aus einer Epoche, die zu den turbulentesten, spannendsten und auch gefährlichsten der Geschichte zählt. Vieles, was uns heute als absurdes Theater vorkommt, ist in den 1960er Jahren harte und zum Teil lebensbedrohliche Realität.

Sendung am Sa, 13.08.2011, 22:30 Uhr

Wiederholung So, 14.08.2011, 08:45 Uhr