Dienstags I 21:45 Uhr

6 Mütter: Wilma Elles im Interview

Wilma Elles
Für Wilma Elles ist Kinder-Erziehung ein wichtiges gesellschaftliches Thema. © VOX / Boris Breuer

Mit 29 Jahren ist Wilma Elles internationale Schauspielerin, erfolgreiches Model, Ehefrau und seit knapp einem Jahr Mutter von Zwillingen. Jetzt stellt sie sich dem Experiment "6 Mütter" und gibt private Einblicke in ihr Familienleben.

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Wilma Elles im Interview

Was hat Sie an dem Projekt "6 Mütter" gereizt?

Ich finde das Konzept der Sendung großartig! Es war im deutschen Fernsehen schon längst überfällig. Denn Mütter brauchen eine Verbesserung ihrer gesellschaftlichen Stellung und mehr Anerkennung. Wenn jemand ein Bundesverdienstkreuz verdient hat, sind das, meiner Meinung nach, Mütter. 

Was macht dieses Format so besonders?

Das Besondere an diesem Format ist das Aufzeigen von Schwierigkeiten. Wie zum Beispiel die Zusammenführung von Mutterschaft und Beruf. Mutter zu sein ist eine sehr große Aufgabe, da es auch um die Zukunft eines Landes geht, denn unsere Zukunft wird so aussehen, wie wir unsere Kinder erziehen und das macht es zu einem wichtigen Thema.

Wie würden Sie Ihren Erziehungsstil beschreiben?

Für mich ist meine Mutter Veronika Elles die beste Mutter. Sie hat uns fünf Kinder großartig erzogen. Jeder von uns ist gesund, sozial, zufrieden in seinem Beruf und vieles mehr. Das ist die beste Leistung, die man als Mutter vollbringen kann. Meine Mutter hat das bei uns durch kognitive und emotionale Anregung hervorgebracht. Wir sollten ganz oft kreativ sein. Ich bin jetzt eine junge Mutter und ich versuche meinen Erziehungsstil soweit wie möglich dem meiner Mutter nachzuempfinden. Ich habe ihr alles zu verdanken, was ich bin, auch den Mut zu meinen Kindern. Mit ihrem großen Herzen hat sie uns und alle, die sie getroffen hat, Nächstenliebe gelehrt. Das ist der Schlüssel zum Erfolg in allen Lebensbereichen. Liebe kann man nur weitergeben, wenn man sie erfahren hat. Sie war nicht nur Mutter für uns, sondern auch für alle Menschen, denen sie begegnet ist. Das macht sie zur besten Mutter der Welt bzw. das macht eine echte Mutter aus.

Was sind Ihrer Ansicht nach die wichtigsten Eigenschaften als Mutter?

Die wichtigsten Eigenschaften einer Mutter sind, einem Kind Liebe zu geben und auf seine Bedürfnisse einzugehen. Natürlich bedeutet das auch, dem Kind mal Grenzen zu setzen. Aber das in erklärender Form und in dem Alter, in dem meine Kinder sich befinden, noch gar nicht. Hier zählt nur die Liebe. Denn wenn jemand diese erfahren hat, ist er auch bereit sich für eine Person zu ändern und wird im Leben immer erfolgreich sein.

Was war Ihre bisher schwierigste Situation als Mutter?

Gerade bei Babys kann jede noch so kleine Erfahrung ein Kind sehr prägen. Deswegen habe ich mir auch sehr viel Hilfe geholt. Ich habe meine Mutter befragt, den Rat von Ärzten eingeholt und Recherche betrieben. Man versucht zumindest alles richtig zu machen, schafft es aber leider nicht immer. Trotzdem bleibe ich dabei, dass Liebe zu geben, das Wichtigste ist.

Muttersein ist oft eine Achterbahn der Gefühle – was macht Sie glücklich, was bringt Sie zur Verzweiflung?

Ich habe mir immer einen wahnsinnigen Kopf über das Essen und die Schlafgewohnheiten der Kinder gemacht. Innerhalb unserer "Mütter-Runde" konnte ich sehen, dass auch andere die gleichen Probleme haben, was für mich extrem beruhigend war. Die Teilnahme hat mich viel sicherer im Umgang mit meinen Kindern werden lassen. Denn man sieht, dass wir alle das Gleiche erleben.

Was konnten Sie von den anderen Müttern noch mitnehmen? 

Ich konnte viel von den anderen Müttern lernen, wobei deren Kinder meist schon älter sind. Aber für mich bleibt meine Mutter die beste Mutter der Welt.

Kannten Sie die anderen Mütter bereits vorher?

Ich kannte Dana Schweiger schon aus einer Fernsehsendung, wo wir gemeinsam waren. Auch die anderen Mütter kannte ich vom Hörensagen. Was ich besonders interessant fand, war das Aufeinandertreffen von Künstlern mit Sportlern. In dem Fall konnte ich mir vorstellen, dass es Unterschiede in der Erziehungsweise gibt. Sportler müssen unglaublich diszipliniert sein, wobei es bei Künstlern auch mal darum geht, loszulassen. Dieser Aspekt war für mich sehr spannend.

Welche andere Mutter hat Sie am meisten überrascht?

Im Grunde war alles so, wie ich es mir vorgestellt hatte: Dass eine Ute Lemper sehr offen und freizügig mit den Kindern umgeht oder Nina Bott als Schauspielerin sehr emotional ist. Auch Anni Friesinger-Postma und Christina Obergföll haben mich mit ihrer Sportlerdisziplin nicht überrascht. Auch wenn man sagt, wir leben alle gleich: Kleine Unterschiede gibt es. Am Ende ist das Wichtigste, dass sich Mutter und Kind miteinander wohlfühlen.

Was hat sich seit der Geburt ihrer Kinder für Sie verändert? Und wie haben Sie sich selbst vielleicht auch verändert?

Da möchte ich allen, die noch keine Mütter sind, die Angst nehmen. Denn meiner Meinung nach ändert sich gar nichts. Ich fühle mich genauso attraktiv und sexy wie früher und habe immer noch das Gefühl, meine selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Wenn überhaupt, hat es sich zum Besseren geändert, denn meine Kinder geben mir viel Kraft und wenn sie nicht da wären, würde ich mich in schlechten Zeiten gar nicht halten können. Vor allen Dingen durch den kürzlichen Tod meiner Mutter habe ich gemerkt, dass ich ohne meine Kinder keinerlei Chance gehabt hätte, mit der Situation fertig zu werden. Nur dank meiner Kinder, kann ich das irgendwie durchstehen.

Sie sind selbst in einer Großfamilie aufgewachsen – würden Sie sich für Ihre Zwillinge auch noch jüngere Geschwister wünschen?

​Ja. Ich würde mich über zwei weitere Kinder noch sehr freuen. In zwei bis drei Jahren könnte ich mir das vorstellen.