SAMSTAGS I 18:00

Akute Augenentzündung

Dr. Wolf untersucht ein Pferd

Mondblindheit beim Pferd

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht Hengst Richy, der seit drei Monaten unter einer Entzündung des linken Auges leidet: Er kneift das Auge zu, es tränt stark und ist sehr lichtempfindlich. Obwohl die Infektion bereits medikamentös behandelt wurde, wird das Auge einfach nicht besser.

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Das Auge scheint extrem empfindlich zu sein, da der Hengst es schließt, sobald Dr. Wolf auch nur in die Nähe des Auges kommt. Mit einer Stablampe beleuchtet der Tierarzt das Problem und bemerkt, dass sich die Pupille, trotz Lichteinfall, kaum schließt. Im Normalfall müsste sich die ovale Pupille des Pferdes schließen, sobald sie beleuchtet wird. Und auch die für Pferde typischen so genannten Traubenkörner des Auges (Granula Iridis), kleine kugelförmige Auswüchse am Irisrand, sind verändert und kleben an der Linse fest. Das hat zur Folge, dass sich die Iris nicht mehr richtig öffnen und schließen kann.

Heimtückische Krankheit

Entzündetes Pferdeauge. Foto: VOX/VP

Diese Symptomatik lässt auf eine periodische Augenentzündung schließen: Hierbei handelt es sich um entzündliche Veränderungen an den inneren Organen des Auges, die einmal oder mehrmals auftreten können. Aus diesem Grund wurde sie im Volksmund auch Mondblindheit genannt, da man fälschlicherweise davon ausging, die immer wiederkehrenden Entzündungsschübe würden im Zyklus des Mondes auftreten. Mit zunehmender Infektionsdauer werden die Intervalle jedoch immer kleiner und bei jedem neuen Anfall wird das Auge mehr geschädigt, in vielen Fällen kommt es zum Verlust des Augenlichtes. Diese heimtückische Krankheit äußert sich u. a. durch Lichtscheue, Tränenfluss, Schwellung der Augenlider, Entzündungen in der vorderen Augenkammer oder Trübung der Linse oder des Glaskörpers.

Man geht davon aus, dass die Mondblindheit von Leptospiren verursacht wird, die sich im Glaskörper des Auges festsetzen und dort sehr schwer zu entfernen sind. Diese Bakterien befinden sich in den Ausscheidungen von Ratten und Mäusen und können vom Pferd über aufgewirbelten Staub und Futter aufgenommen werden. Medikamente wie Antibiotika und Cortisone bewirken nur eine kurzweilige Besserung, da sie die Bakterien im Glaskörper nicht erreichen.

Die einzig wirksame Methode ist in diesem Fall, den Glaskörper des Auges operativ auszutauschen. Dieser Eingriff muss unter Vollnarkose in einer Klinik durchgeführt werden: Der Glaskörper wird zertrümmert und abgesaugt, wobei anschließend eine Ersatzflüssigkeit verhindert, dass das Auge nicht zusammenfällt. Erfahrungsgemäß tritt keine Infektion mehr auf und die Pferde behalten ihr Augenlicht. Die Chancen für Dr. Wolfs Patienten Richy stehen gut, nach einem baldigen Eingriff beschwerdefrei zu sein: Noch gibt es keine Trübung in der Vorkammer, die Iris scheint intakt zu sein und es liegt noch keine Veränderung der Linse vor.

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