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Analyse, Training und Ausblick

Der Fall "Leon": Problem und Analyse

Leon ist ein 2-jähriger Retriever-Terrier Mischling und eigentlich ganz lieb - aber sobald Resi Bach ihn in die Stadt mitnimmt, verwandelt er sich in ein kleines Monster. Er zieht wie verrückt an der Leine und hat nur ein Ziel: auf andere Hunde losgehen. Vor lauter Stress kommt sein Frauchen kaum zum Einkaufen. Martin Rütter wird schnell klar, dass der Ausflug in die Fußgängerzone gar nicht das eigentliche Problem ist.

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Analyse, Training und Ausblick

Resi Bach träumt davon, mit Leon einen ruhigen Stadtbummel zu machen - ohne dass er ständig andere Hunde ankläfft und wie wild an der Leine zieht. Leon hat es besonders auf West Highland Terrier abgesehen, aber auch andere Hunde werden lautstark angeknurrt. Dafür erntet Frauchen von anderen Passanten nur noch verständnislose Blicke. Zusammen mit Resi Bach testet der Hundeprofi das Verhalten des jungen Mischlings in einer belebten Fußgängerzone und auch im Park. Martin Rütter möchte sehen, wie sich Leon ohne sein Frauchen verhält. Dazu nimmt eine Testperson aus Martins Team den Hund an die Leine, während Frau Bach in der Menschenmenge verschwindet. Leon verändert sein Verhalten schlagartig und wirkt ohne sein Frauchen viel entspannter.

Nach Martin Rütter handelt es sich um ritualisiertes Verhalten bei Leon: Denn wenn niemand an der Leine zieht oder gar auf ihn einredet, dann ist der Rüde direkt ruhiger. Resi Bach steht bei jedem Spaziergang unter Anspannung und ihre Nervosität färbt sich auf Leon ab. Bei jedem fremden Hund reagiert Frauchen angespannt und nimmt die Leine kürzer, dabei ist überhaupt noch nichts passiert. Martin Rütter ist sicher, dass sich das Angstverhalten von Frau Bach auf ihren Hund überträgt und rät deshalb zu einem ruhigeren Umgang mit dem Mischling.

Leons Training:

Analyse, Training und Ausblick

1. Trainingsschritt: Apportieren lernen

Martin Rütter möchte Leon auf dem Übungsgelände testen. Für Frau Bach startet ein Training mit Bällen, langsam soll Leon lernen diese zu apportieren. Mit Hilfe einer Schleppleine werden anfängliche Schwierigkeiten überwunden. Aber auch Resi Bach muss sich während der Übungen konzentrieren, sie darf nicht unentwegt auf Leon einreden, sondern soll ihm lieber kommentarlos den zurückgebrachten Ball abnehmen. Je weniger diskutiert wird, desto spielerischer und ruhiger ist auch Leon gegenüber seinem Frauchen. Bei einer Videoanalyse veranschaulicht der Hundeprofi die Schwächen von Resi Bach während des Trainings mit Leon.

2. Trainingsschritt: Rollentausch – Training mit der Leine

Damit Frau Bach ein Gefühl für die Leine bekommt, übernimmt Martin Rütter die Rolle eines Hundes und lässt sich von Frau Bach an der Leine führen. Jetzt erst werden der Hundebesitzerin viele Kommandos und Abläufe bewusst. Die Voraussetzung dafür, dass sie später im Umgang mit Leon sensibler auf den Hund reagiert. Denn beim Training mit der Leine ist das Timing von großer Bedeutung. Dazu zählen auch der Blickkontakt zum richtigen Zeitpunkt, die Drehung in die richtige Richtung oder die unmittelbare Belohnung nach gewünschtem Verhalten.

Martin Rütter blickt positiv in die Zukunft von Resi und Leon – allerdings liegt noch ein langer Trainingsweg vor den beiden, bis sie entspannt durch die Fußgängerzone bummeln können. Leon ist sehr lernfähig und Resi Bach muss ihren Hund auspowern und ihn geistig beschäftigen, damit sich Leon keine Ersatzaufgabe sucht. Erst wenn Frau Bach ruhiger und entspannter wird, färbt sich das auch auf Leon ab. Durch das regelmäßige Training festigt sich auch die Bindung und der Kontakt zwischen Hund und Halter.