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Analyse und Training

Der Fall Paul: Die Analyse

Puggle Paul kennt am Stadtrand von Oberhausen fast jeder. Denn Paul ist der Hund, hinter dem immer jemand her ist und brüllt - aber selbst wenn Stephan Kill und Yvonne Schorn schon fast heiser sind, hört Paul kein bisschen. Wenn die beiden ihren Hund wiederhaben wollen, müssen sie ihm schon hinterherrennen. Denn Hunde aller Art findet der junge Rüde einfach viel spannender als seine Besitzer. Hundeprofi Martin Rütter soll das ändern.

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Analyse und Training
© Barnabas und Paul

Paul kommt aus einem großen Welpenwurf eines Züchters. Martin Rütter geht davon aus, dass die Haltung der Welpen nicht optimal gewesen ist. Paul wurde in den ersten Wochen schlecht sozialisiert und hatte wenig Kontakt zu anderen Menschen. Stephan Kill und Yvonne Schorn zweifeln schon an der Intelligenz und Lernfähigkeit von Paul, sie halten ihn für niedlich aber dusselig.

Der Hundeprofi beschreibt den Puggle – eine Kreuzung aus Beagle und Mops - als "fröhlichen Anarchisten", denn wenn Paul andere Hunde sieht ist er nicht mehr zu halten. Selbst wenn Stephan und Yvonne in lautstark rufen, kommt der junge Rüde einfach nicht mehr zurück. Dieses Verhalten erklärt Martin Rütter damit, dass die Rufe bei Paul eher das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Paul hört, dass sein Rudel noch in der Nähe ist.

Der Rüde muss lernen, dass er von seinen Menschen abhängig ist. Das heißt, ab jetzt darf er nicht länger im Bett der beiden schlafen. Sein Futternapf steht auch nicht mehr gefüllt in der Küche, ab jetzt lernt Paul, dass er sich sein Futter erarbeiten muss. Auf spielerische Art, bekommt er seine tägliche Ration aus dem Futterbeutel. Erst wenn Paul den Futterbeutel apportiert, erhält er sein Fressen daraus, somit wird die Bindung zu seinen Menschen gefestigt.

Pauls Training: Futter verdienen und Hundepfeife

Analyse und Training
© Barnabas und Paul

1. Trainingsschritt: Futter verdienen

Für Martin Rütter ist beim Apportiertraining mit dem Futterbeutel wichtig, dass Paul sich seine tägliche Ration Futter "verdient". Das Trockenfutter befindet sich dazu in dem kleinen Futterbeutel, dessen Reißverschluss nach Rückgabe geöffnet wird. Erst jetzt darf Paul zur Belohnung seine Schnauze hineinstecken, um sich etwas Fressen zu holen.

2. Trainingsschritt: Hundepfeife

In einem weiteren Trainingsschritt führt Martin Rütter eine – auch für Menschen hörbare – Hundepfeife ein. Das Training besteht darin, dass Paul gerufen wird, dann ertönt der Pfeifton und kurz darauf wird er mit einem Leckerchen belohnt. Der Pfeifton ertönt erst, wenn Paul Kontakt zu seinen Menschen aufgenommen hat. Bei der klassischen Konditionierung spielt das Timing die entscheidende Rolle, denn kurz nach dem Pfeifton muss die Belohnung durch ein Leckerchen erfolgen.

Yvonne Schorn und Stephan Kill müssen ihr Vorurteil, dass Paul ein "Erbsenhirn" hat, revidieren. Der Puggle lernt schnell und die Bindung zwischen Paul und seinen Menschen ist schon viel enger geworden.

Der Hundeprofi blickt hoffnungsvoll in die Zukunft, denn mit dem Training wird sich Paul auch nicht mehr von anderen Hunden ablenken lassen, sondern auf Frauchens Pfeiftöne reagieren.