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Analyse und Training

"Smartie" auf Konfrontationskurs
"Smartie" auf Konfrontationskurs 00:03:17
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Der Fall "Smartie": Die Analyse

Keine Chance für Ramona: Wenn die 20-jährige ihren Australian Shepherd an der Leine hat, kann sie ihn oft nicht halten. Denn sobald Smartie andere Hunde oder Passanten sieht, droht er ihnen und prescht dann voller Aggressionen los. Zweimal ist sie selbst schon von ihm gebissen worden, als sie ihn beruhigen wollte. Inzwischen traut sie sich kaum noch, mit dem jungen Rüden vor die Tür zu gehen. Ramona hat Angst, Smartie abgeben zu müssen.

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© Airedale-Terrier Carlotta und Australian Shepard Smartie

Bei Smartie wurde das aggressive Verhalten gegenüber anderen Rüden durch keine bestimmte Schlüsselsituation ausgelöst. Martin Rütter erfährt, dass der junge Rüde noch nicht kastriert ist. Dadurch erklärt sich auch sein rüpelhaftes Verhalten anderen Hunden gegenüber. Besonders bei Rüden tickt er regelmäßig aus, aber auch auf Passanten geht er los.

Für Martin Rütter ist eine Kastration kein Allheilmittel, aber oftmals lässt die Kastration einen Rüden ruhiger und entspannter werden.

Das Training: Mit Futterbeutel und Reizangel zum Ziel

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© Airedale-Terrier Carlotta und Australian Shepard Smartie

1. Trainingsschritt: Beobachtung

Martin Rütter lädt Ramona und ihre Mutter zu sich aufs Übungsgelände ein. Hier möchte er Smartie testen und sehen, wie sich der Rüde gegenüber anderen Rüden verhält. Anfangs reagiert Smartie sehr aggressiv auf die Konkurrenten, doch als sich Ramona und ihre Mutter entfernen, scheint Smartie gleich entspannter zu sein.

Laut Martin Rütter handelt es sich bei Smartie um sozialmotiviertes Verhalten, d.h. er spielt sich besonders auf, wenn seine Sozialpartner – Ramona und ihre Mutter - anwesend sind. Sobald sich aber seine Frauchen entfernen, wird er zurückhaltender. Für den Hundeprofi wird deutlich, dass Smartie seine Frauchen verteidigen will. Smartie ist unsicher und reagiert heftig auf andere Rüden, die er als Konkurrenzpartner ansieht. Gegenüber Hündinnen zeigt sich Smartie als echter Macho: Er leckt den Genitalbereich ab, den Urin auf und zeigt "Aufreitverhalten".

2. Trainingsschritt: Futterbeutel und Reizangel

Um die überschüssige Energie des jungen Wilden umzukanalisieren hat Martin Rütter eine Idee: Smartie ist ein Australian Shepherd und gehört somit zu den Hütehunden, die sehr aufmerksam auf ihre Umwelt, besonders auf alles, was sich bewegt, reagieren. Deshalb setzt der Hundeprofi im Training neben dem Futterbeutel auch eine Reizangel ein, an deren Ende sich ein Spielzeug befindet. Dabei sollte der an der Angel befestigte Ball möglichst Bodenkontakt haben, damit Smartie nicht hochspringt, sondern nach dem Gegenstand jagen kann. Ramona muss darauf achten, dass mit der Reizangel keine Zerr- oder Ziehspiele entstehen. Um das Training mit Smartie noch effektiver zu gestalten, wird der Rüde nicht kastriert, sondern bekommt einen hormonsenkenden Chip eingesetzt.

Ramona zieht konsequent die Trainingseinheiten mit Futterbeutel und Reizangel durch. Mittlerweile traut sie sich wieder mit Smartie auf die Straße und hat keine Angst mehr, wenn ihr andere Passanten oder Hunde entgegenkommen. Durch das konsequente Training mit Smartie hat sie Vertrauen zu dem Australian Shepherd gewonnen. Auch die Bindung zwischen den beiden hat sich gefestigt. Der Hundeprofi ist optimistisch, sagt aber auch deutlich, dass das Training mit Smartie mindestens noch über ein halbes Jahr andauern wird.

Der Australian Shepherd