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Analyse und Training

Der eifersüchtige Dackel Tiger
Der eifersüchtige Dackel Tiger 00:02:34
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Die Analyse: Tiger ist eifersüchtig

Tiger hat sein Frauchen Silke schon fast zu lieb, und zwar auf eine Art und Weise, die beiden nicht wirklich gut tut. Das Problem ist allerdings erst aufgefallen, als Silkes Tochter Hanna ins Krabbelalter kam. Von da an versucht Tiger dem Kleinkind den Weg abzuschneiden, an ihr hochzuspringen, sogar nach ihr zu schnappen. Der eifersüchtige Dackelmischling setzt alles daran, sich zwischen Silke und ihre Tochter zu stellen. Dabei zeigt er auch sexuelle Gesten, wie zum Beispiel das Aufreiten.

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Dackel Tiger - Hund ist eifersüchtig
Der freche Dackel Tiger hat das Töchterchen seiner Menschen zum Fressen gern!

Das Training: Abstand zum Kind schaffen

1. Trainingsschritt: Der erste Schritt hat mit Training noch nicht viel zu tun. Um Tigers Sexualtrieb zu vermindern, schlägt der Hundeprofi eine (chemische) Kastration vor. Das Problem ist nämlich, dass Tiger dieses sexuelle Verhalten schon eine ganze Weile zeigt, er es für bestimmte Situationen also auch schon in sein Verhaltensrepertoire übernommen hat. In solchen Fällen hilft eine Kastration nicht unbedingt, weil die Reduzierung der Hormone an dem erlernten Verhalten von Tiger nichts verändern. Aber ein Funke Hoffnung besteht!

2. Trainingsschritt: Jetzt fängt das eigentliche Training an. Tiger soll als erste Hilfe-Maßnahme an eine Box gewöhnt werden. Ziel ist es, dass Tiger entspannt in dieser Box bleibt, auch wenn das Kleinkind durch die Gegend läuft und spielt. Die Entscheidung für eine Box, die auch geschlossen werden kann, fällt aus sicherheitsrelevanten Gründen. Silke kann so viel ungezwungener und entspannter mit ihrer Tochter den Alltag verbringen, weil sie nicht Angst haben muss, dass Tiger doch angeschossen kommen könnte. Gleichzeitig stellt die geschlossene Box auch für Tiger eine Sicherheitszone dar, weil auch er dort nicht gestört werden kann. Zunächst sammelt Tiger also absolut positive Erfahrungen mit und in dieser Box! Dort darf er seinen Kauknochen fressen, entspannen etc. Erst wenn er sich in der Box pudelwohl fühlt, geht es an die Ablenkungsreize.

3. Trainingsschritt: Wichtig ist nun, dass mit kleinen Reizen begonnen wird, die sich in einigen Metern Abstand befinden. Tiger soll nämlich nicht überfordert werden, sondern Schritt für Schritt lernen, bei der Anwesenheit des Kleinkindes zu entspannen. Deshalb sitzt die Tochter anfangs relativ weit weg und spielt in Ruhe. Zeigt Tiger ruhiges Verhalten, wird er dafür belohnt. Bellt er, wird er ignoriert, bis er sich wieder beruhigt hat. Sobald das gut klappt, kann der "Kinderspielplatz" etwas näher an die Box verlagert werden. Wenn auch das für Tiger kein Problem ist, kann die Spielform etwas dynamischer werden. Und so geht es in kleinen Schritten weiter, bis der gewünschte Zustand erreicht ist.

Es geht nicht darum, Tiger immer nur wegzusperren. Vielmehr soll eine sichere Situation geschaffen werden, wenn es der Alltag nicht hergibt, genau auf Tiger zu achten. Abgesehen von der Box-Lösung wird sowieso eine ganz andere Strategie eingeschlagen: Tiger zieht zu Silkes Mutter, die in der Nähe wohnt. So haben alle Beteiligten einen entspannten Alltag und Umgang miteinander.