SONNTAGS I 17:00

Angkor Car

Newcomer aus Kambodscha: Angkor Car
Newcomer aus Kambodscha: Angkor Car

Automobile Handarbeit

Wer an den asiatischen Automarkt denkt, der denkt natürlich an Japan oder auch an Südkorea und günstige Autos mit ausgefeilter Technik. Ein Land hat allerdings niemand auf dem Plan: Kambodscha. Doch genau dort hat jetzt ein pfiffiger Unternehmer das erste Auto des Landes in Eigenregie auf die Straße gebracht: Das Angkor Car. Der 54-jährige Automechaniker Nhean Phaloek hat es entwickelt. Kostenpunkt: 4.000 EUR. Nhean Phaloek ist eine Berühmtheit in Kambodscha und gilt als Vorreiter des Landes in Sachen Autotechnologie. Sein erstes Angkor Car hat Herr Phaloek schon 2002 gebaut. Damals diente noch ein Motorradmotor als Antrieb. Dann gelang dem Entwickler der große Wurf: Das neue Angkor Car ist mit vielen Besonderheiten gespickt. Zum Beispiel braucht man die Hand nur vor die Tür zu halten, und sie springt auf. Und der Schlüssel ist in etwa mit einer EC-Karte zu vergleichen. Das Angkor Car wurde komplett in Handarbeit hergestellt.

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Die meisten Teile hat Nhean Phaloek selbst gebaut, wie zum Beispiel den Schaltgriff, der aus einem lackierten Golfball besteht. Das Auto sieht aus wie ein Spielzeug und ist 30 cm kleiner als beispielsweise ein Smart. Der Kofferraum ist ein besseres Handschuhfach. Vorne gibt es gar keinen Platz, denn jeder Freiraum fällt den vier Batterien zum Opfer. Denn das Angkor Car ist ein Elektrofahrzeug und soll eine Reichweite von unglaublichen 300 Kilometern haben. Die Größe und der Preis sind die Argumente, die das Angkor Car in den Städten Kambodschas unschlagbar machen sollen.

Kambodschas erstes Auto

Die Kambodschaner sind auf jeden Fall stolz auf "ihr" erstes Auto, denn durch eigene Produkte kann der Import von Autos aus dem Ausland eingedämmt und die Wirtschaft im eigenen Land angekurbelt werden.

Nach jetzigem Stand soll das Auto bis spätestens 2013 in Kambodscha in Serie gehen. Außerdem gibt es bereits Gespräche mit potentiellen Händlern in Australien und Neuseeland. Ob es der Angkor auch auf die Straßen Europas schaffen wird, bleibt abzuwarten.