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Auf und davon: Die Abiturientin Merve Demirgülle träumt von einem Praktikum in Indien

Merve Demirgülle will als Mode-Assistentin in Indien eigene Erfahrungen sammeln

Die 19-jährige Deutsch-Türkin Merve Demirgülle sehnt sich nach einer beruflichen Zukunft in der schillernden Modebranche. Weit weg von Zuhause und der übergroßen Fürsorge ihrer Eltern möchte die junge Frau in Indien endlich lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Ein Praktikumsplatz in der expandierenden Modefirma "NannaSan" in Neu-Delhi scheint all das für die junge Frau bereitzuhalten. Dieser ist Merve aber noch nicht sicher. Bevor sie das 3-monatige Praktikum antreten darf, muss sie nämlich nicht nur ihre künftige Chefin, sondern auch ihre misstrauischen Eltern überzeugen.

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Auf und davon: Abiturientin Merve Demirgülle erfüllt sich in Indien einen Kindheitstraum.
Trotz einiger Verständigungsschwierigkeiten fühlt sich Merve sichtlich wohl in Indien. © VOX

Für Merves Familie kommt es nicht in Frage, ihre junge Tochter ganz allein in das ferne Indien reisen zu lassen. Kurzerhand wird Mama Belgin als Anstandsdame und Aufpasserin mit auf die aufregende Reise geschickt. Davon ist die abenteuerlustige Merve so gar nicht begeistert, schließlich will sie endlich eigene Erfahrungen ohne die Hilfe ihrer Eltern sammeln. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft in Neu-Delhi wird Merve klar, dass Indien nicht nur aus der schillernden Schönheit typischer Bollywood-Filme besteht. "Mein erster Eindruck war: Hektik!", erzählt sie im Taxi, welches weder über Sicherheitsgurte noch über Licht verfügt. Meilenweit von westlichen Standards ist das auch das ausgesuchte Hotel entfernt. Beim Anblick der dreckigen Laken und dem stark verschmutztem Bad steht für das reinliche Mutter-Tochter-Gespann schnell fest: Ein anderes Hotel muss her. Als dieses endlich erreicht ist, fallen beide todmüde ins Bett.

Wie wird Papa Izzet entscheiden?

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt Merve jedoch nicht, denn schon einige Stunden später beginnt ihre Probewoche bei "NannaSan". Ihre neue Arbeitstelle zu finden, gestaltet sich aber schwieriger als erwartet. Im unkontrollierten Straßenverkehr sind Staus und Chaos programmiert, sodass die Abiturientin schon am ersten Arbeitstag viel zu spät kommt. Das wird sicher keinen guten Eindruck bei Chefin Nanna hinterlassen. Nun ist es für die motivierte 19-jährige besonders wichtig, durch ihre gute Arbeit zu überzeugen. Bis auf das Bügeln der teuren Stoffe klappt das auch schon ganz gut. Dann plötzlich aber steht die besorgte Belgin unangemeldet auf der Matte des Unternehmens. "Das geht natürlich nicht", findet Merve angespannt. "Ich war mitten bei meiner Aufgabe!" Inhaberin Nanna kann die Ängste von Mama Belgin allerdings verstehen. Schließlich sei Indien kein einfaches Land und jede Mutter würde genau wissen wollen, ob das eigene Kind in der Fremde gut aufgehoben ist.

Dass Merve in Indien gut aufgehoben ist, findet Belgin nämlich ganz und gar nicht. Während der Woche in Neu-Delhi hat sich die fürsorgliche Mutter genau umgeschaut, am liebsten würde sie ihre Tochter gleich wieder mit nach Hause nehmen. "Das ist kein Ort, mit dem ich einverstanden bin", steht für sie fest. Merve hingegen ist, auch wenn die Verständigung mit den Einheimischen noch etwas holprig verläuft, ganz begeistert von ihrer potentiellen Arbeitsstelle. Hinzu kommt, dass Chefin Nanna von der ambitionierten Art der Abiturientin so angetan ist, dass sie Merve gern als Praktikantin für drei Monate in ihrem Unternehmen aufnehmen würde. Doch werden Merves fürsorgliche Eltern das zulassen? Das letzte Wort hat Papa Izzet. "Sie soll mal sehen, wie das alleine abläuft", entscheidet er. "Das wird für sie eine ganz große Erfahrung." Im nächsten Monat darf Merve ihr Praktikum als Mode-Assistentin allein in Indien also tatsächlich antreten.