Bärlauch

Bärlauch

Bärlauch - ein Hexenkraut erobert die Küchen

Kaum ein anderes Kraut hat in den letzten Jahren so an Popularität zugenommen wie Bärlauch. Kein Wunder, denn die Hexenzwiebel oder Hexenkraut, wie das grüne Kraut mit Knoblaucharoma volkstümlich genannt wird, hat einiges zu bieten. Hexenkraut begeistert nicht nur in der Küche durch ihr feines Aroma, ihre vielfältige Anwendbarkeit und einfache Verarbeitung, sondern auch ihre heilende Wirkung wird sehr geschätzt. Die reicht von antibiotisch über entzündungshemmend bis hin zu schleimlösend. Bärlauch ist im Gegensatz zu seinen Verwandten, dem Knoblauch und der Zwiebel, in Mitteleuropa heimisch. Er bevorzugt ein mildes Klima und feuchte, nährstoffreiche Böden, wie sie in Laub- und Auenwäldern zu finden sind. Im Halbschatten breitet sich das Hexenkraut großflächig aus und hüllt ganze Waldstücke in seinen Knoblauchgeruch.

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Achtung Verwechslungsgefahr!

Hexenkraut
© Yvonne Bogdanski

Die Ansiedlung in unseren heimischen Regionen zieht natürlich viele Hobbyköche in den Wald, um selber nach Bärlauch zu suchen. Hier besteht aber die Gefahr, das Kraut mit Maiglöckchen, die gerne in der Nähe von Bärlauch wachsen, zu verwechseln. Deswegen sollte man sich die Merkmale beider Pflanzen gut einprägen. Die ersten Bärlauchblätter sprießen zwischen Februar und März aus dem Boden. Ausgewachsene Blätter können 20 bis 30 cm lang werden. Sie sind oval, flach, relativ breit und laufen am Ende spitz zu. Die Blätter entfalten sofort ihren Knoblauchduft, wenn man sie leicht zwischen den Fingern reibt. Sowohl die Blätter als auch die Blüten wachsen jeweils an einem dünnen Stängeln. Darin liegt nun auch der Hauptunterschied zum Maiglöckchen. Dessen Blätter wachsen in Zweier- oder Dreiergruppen an einem kurzen Stiel und duften nicht nach Knoblauch. Außerdem unterscheidet sich die Bärlauchblüte augenscheinlich von der des Maiglöckchens. Erstere teilt sich in sechs schmale Blätter, die sich sternförmig um einen grünen Fruchtknoten verteilen. Maiglöckchenblüten hängen glockenförmig an dünnen Stängeln.

Allroundtalent

Bärlauch enthält unter anderem Allicin, Vitamin C, Ätherische Öle und Flavonoide. Vor allem die Aminosäure Allicin wirkt antibakteriell und hauptsächlich im Magen. Verdauungsstörungen, Blähungen und Durchfall lassen sich durch das Hexenkraut lindern. Flavonoide wirken antiviral und antibakteriell. Außerdem werden ihnen eine heilende Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeschrieben und als Antioxidantien bieten sie einen Schutz vor Krebs. Auch bei Fieber, Bronchitis, Asthma und Rheuma soll das Kraut eine heilende Wirkung haben. Um seine Wirksamkeit entfalten zu können, sollte Bärlauch immer frisch verwendet werden.

In der Küche bietet Bärlauch eine lange Liste an möglichen Rezeptvariationen. Bärlauch verfeinert ähnlich wie Knoblauch alle möglichen Gerichte, Soßen, Dips, Pestos, Aufstriche und Chutneys. Der Vorteil ist, dass dabei der unangenehme Nebeneffekt des lang anhaltenden Knoblauchgeruchs ausbleibt. Nahezu jedes warme Gemüse-, Fleisch-, Fisch- oder Eigericht wird mit Bärlauch zu einem ganz besonderen Genuss. Allerdings verliert das Kraut beim Erhitzen Geschmacksstoffe und auch sein Gehalt an Vitamin C reduziert sich. Wer also in den vollen Genuss kommen möchte, der sollte das Kraut ungekocht verwenden. Klein geschnitten in Salaten oder auf dem Brot können auch seine heilenden Inhaltsstoffe vollständig aufgenommen werden. Außerdem sollten Bärlauchblätter immer vor der Blüte geerntet werden, da sie sonst bitter schmecken können. Übrigens ist Bärlauch für viele Haustiere giftig. Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen, Hasen und Pferde können Durchfall, Magen-Darm-Entzündungen, Kreislaufstörungen und Gelbsucht bekommen. Auch als Viehfutter ist das Hexenkraut nicht besonders zu empfehlen. Man sagt, dass Kühe zum Beispiel ungenießbare Milch geben, wenn sie Bärlauch gefressen haben.