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Bartagamen

Bartagamen

Kleine Drachen in schlechtem Zustand

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht heute zwei Bartagamen, die in einem schlechten Zustand beim Privatzoo L'Alligatore der Familie Martino abgegeben wurden. Hier kennt man sich aus mit Abgabetieren aus schlechter Haltung - immer wieder bekommt Familie Martino Reptilien, die krank oder verwahrlost sind und die niemand mehr haben möchte. Eines der Reptilien hat eine Verkrümmung im Rückenbereich und das andere leidet vermutlich an Legenot. Das Tier ist stark abgemagert, nur der Bauch ist aufgetrieben.

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Schon auf den ersten Blick kann Dr. Wolf erkennen, dass beide Reptilien von ihren Vorbesitzern nicht korrekt gehalten wurden. So ist eine Deformation des Rückenbereichs meistens die Folge eines Fehlers in der Aufzucht. Man sollte bei der Fütterung der Tiere beispielsweise darauf achten, die Futtertiere mindestens zweimal pro Woche zusätzlich mit einem Pulvergemisch aus Vitaminen und Mineralstoffen zu bestäuben. Ansonsten macht dieses Tier jedoch einen gesunden Eindruck.

Schlechte Haltung verursacht schwere Erkrankungen

Bartagamen

Dr. Wolf schlägt vor, beide Tiere zu röntgen. Auf der Röntgenaufnahme ist deutlich zu sehen, dass die Bartagame mit der Rückenverkrümmung unter mehreren Verwachsungen der Wirbelsäule leidet. Ob diese von Verkalkungen aufgrund schlechter Ernährung oder von einer Verletzung herrühren, kann nicht eindeutig geklärt werden.

Anhand der Aufnahmen ist auch zu erkennen, dass die Bartagame mit dem dicken Bauch gar nicht schwanger ist, sondern wahrscheinlich an einer Infektion leidet. Hierbei kann es sich entweder um eine Verwurmung oder um eine Infektion durch Darmparasiten handeln, so genannte Kokzidien (Einzeller). Der Zustand des Tieres ist besorgniserregend, es kneift die Augen zu und hat kaum Fett- und Muskelgewebe. Dr. Wolf verabreicht der Bartagame ein flüssigens Antiparasitikum, das sofort vom Körper resorbiert wird und entsprechend schnell wirken kann. Mehr kann der Tierarzt zunächst nicht tun. In ein paar Tagen wird sich zeigen, ob es dem kleinen Drachen besser geht. Dr. Wolf rät weiterhin dazu, die beiden wechselwarmen Reptilien nach Möglichkeit zu trennen, um jeweils eine Kotprobe nehmen zu können. Diese kann dann im Labor auf Parasiten untersucht werden.

Informieren Sie sich genau!

Wer Bartagamen halten möchte, sollte sich genau über deren Lebensweise informieren. Schnell kann das Verhalten der Tiere falsch gedeutet werden: Was zwischen zwei Tieren wie liebevoller Umgang aussehen kann, ist zum Beispiel reines Dominanzverhalten. Schließen die Echsen ihre Augen oder blinzeln, ist das kein Zeichen von Entspannung, sondern eine Abwehrreaktion!

Eine Vergesellschaftung der Echsen, die in freier Natur Einzelgänger sind, ist nur dann möglich, wenn sich entweder nur Weibchen oder ein bis zwei Weibchen und ein Männchen ein Terrarium teilen. Wenn deutlich wird, dass ein Tier unterdrückt wird, sollte man die Echsen auf jeden Fall trennen. Dauerstress macht krank und kann sogar zum Tod führen.

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