Sonntags und Montags I nachts

CSI:NY-Schauspielerin Sela Ward im Gespräch

Sela Ward
© Blinde Wut

Sela Ward über ihre Arbeit bei CSI:NY

Golden Globe- und Emmy-Preisträgerin Sela Ward verstärkt ab der neuen, 7. Staffel das Ermittler-Team der Hit-Serie CSI: NY. In einer Hauptrolle ist sie hier an der Seite von US-Star Gary Sinise montags um 20:15 Uhr bei VOX zu sehen.

- Anzeige -

Sela Ward, ist es schwierig, eine Rolle in einer Serie zu übernehmen, die schon so lange und so erfolgreich etabliert ist?

"Das ist manchmal schwierig. Aber in diesem Fall fühle ich mich so, als ob ich schon immer dabei gewesen wäre. Ich wurde auf eine sehr warme und herzliche Weise in das Team aufgenommen. Und ich genieße jede Minute, die ich mit meinen neuen Kollegen zusammen arbeiten kann. Gary Sinise ist fantastisch. Er ist auch einer der Gründe, warum ich in diese Serie eingestiegen bin."

Sie spielen die Ermittlerin Jo Danville. Was halten Sie von Ihrer neuen Rolle?

"Ich versuche wirklich in alles, was Jo tut, so viel Humor wie möglich einfließen lassen. Es soll ja keine trockene Serie sein. Es geht um Action. Um die spannende Arbeitsweise. Ich habe vorher vor allem im Bereich Familiendrama gearbeitet und ich versuche auch in meiner neuen Aufgabe viel Humor einzubringen und die anderen Darsteller in der Serie ein bisschen zu provozieren - so dass sie darauf entsprechend reagieren müssen. Ich denke, dass das ganz gut ankommt, alle lachen sehr viel. Ich habe sogar Gary zwischen den Drehs zum Lachen gebracht. Und Gary ist ein sehr seriöser, professioneller Schauspieler. Wir haben zusammen wirklich eine gute Zeit."

Wie ist es mit ihrem Schauspiel-Kollegen Gary Sinise zusammenzuarbeiten?

"Ich lernte Gary während einer Award-Reihe kennen, bei der wir zu den gleichen Veranstaltungen eingeladen waren und fast immer nebeneinander platziert wurden. Und ich sagte danach zu meinem Ehemann: 'Er ist ein ganz toller Kerl. Gary ist so auf dem Boden geblieben, warm und zugänglich, als Schauspieler und als Person. Mit diesem Mann würde ich gerne eines Tages arbeiten.' Als ich also den Anruf mit dem Angebot für 'CSI:NY' bekam, habe ich sofort zugesagt, weil ich ihn seit vielen, vielen Jahren bewundert habe und er ein außergewöhnlicher Schauspieler ist. Ich sah neulich nach langer Zeit mal wieder 'Forrest Gump' und die Leistung von Gary als Lieutenant Dan ist wirklich unglaublich - ich saß da mit offenem Mund. Ich bin also sehr glücklich, bei CSI:NY zu sein."

Wie kommen Sie mit den künstlichen Leichen zurecht, mit denen Sie es in der Serie zu tun bekommen?

"Ich stand gerade erst über einer dieser Leichen und musste wirklich zu mir sagen: 'Sie ist nicht echt, Sela, und das ist kein echtes Blut und sie schneiden auch seine Haut und seinen Schädel nicht wirklich auf.' Ich muss zugeben, dass ich hin und wieder einen Hauch von Übelkeit verspüre - und dann muss ich mir wieder sagen: Es ist nicht echt, es ist nicht echt. Die Arbeit, die die Kollegen in den Bereichen Make-Up bei den Spezialeffekten und den künstlichen Organen machen, ist wirklich unglaublich."

Wird es mit Mac eine Liebesbeziehung geben?

"Ich denke nicht, dass die Produzenten die Absicht haben, dass das irgendwann passiert. Aber vielleicht sollen die Zuschauer darauf hoffen oder sich wünschen, dass es so weit kommt. Werden sie sich am Ende finden - ich weiß es nicht. Gary und ich genießen gerade einfach die Zeit als Kollegen. Er bringt mich zum Lachen. Ich bringe ihn zum Lachen. Und ich denke, das ist der größte Unterschied, wenn man versucht, so ein gutes Verhältnis zu spielen. Man kann so etwas nicht spielen. Es ist schön, mit jemandem zu arbeiten, den man tatsächlich gerne mag und den man sehr schätzt."

Die faszinierende Welt von CSI:NY

Sela Ward
© Ihr letzter Chat

War der wissenschaftliche Ansatz der Serie für Sie eine Art Kulturschock?

"Die ersten vier, fünf Folgen waren für mich sehr schwierig. Es war schon eine Art Schock, bis mein Gehirn verstanden hat, dass 'CSI:NY' so völlig anders ist als alles, was ich davor gemacht habe. Familiendramas sind ganz anders. Ich muss ja nun auch Fachjargon wie 'Petechiale Hämorrhagien' und so etwas verwenden. Das war fast schon traumatisierend, weil ich teilweise zehn Mal ansetzen musste, um eine Szene richtig zu spielen - das ist normalerweise nicht nötig. Ich brauchte also eine Weile, um mich darin einzuleben. Aber die anderen Schauspieler waren so süß, sie sagten nur 'Ist okay, Schatz'. Es dauerte etwas, aber jetzt habe ich das Gefühl, als ob ich immer dabei gewesen wäre. Es hat einfach irgendwann Klick gemacht, und jetzt fällt mir das alles viel leichter und macht Spaß."

Was halten Sie von Folgen, die von aktuellen Zeitungs-Schlagzeilen inspiriert wurden?

"Ich bin völlig fasziniert von den Geschichten, die auf realen Begebenheiten basieren. Ich frage mich dann immer: 'Wo haben die diese Geschichte gefunden?' Es ist faszinierend, wirklich faszinierend. Es gibt eine Folge, die wir gerade drehen, bei denen diese Partys auf Sattelschleppern in Manhattan thematisiert werden. Man wird dazu eingeladen und klettert einfach auf die Ladefläche des Sattelschleppers und feiert eine fantastische Party. Ich wusste davon überhaupt nichts. In unserer Serie endet das alles mit einem Mord, denn jemand lädt die Leute zur Party im Sattelschlepper ein, schließt dann ab und fährt ihn in den Hudson River. Auch da habe ich mich gefragt, wie man auf diese Idee gekommen ist."

Können Sie schon etwas über Jo's Vergangenheit verraten?

"Sie ist geschieden. Sie hat zwei Kinder. Eins hat sie von einer Frau adoptiert, die sie für immer hinter Gitter gebracht hat. Das ist eine interessante Geschichte, die mir sehr gut gefällt. Dann hat sie noch einen Sohn, den man bisher noch nicht gesehen hat. Und ihr Ex-Mann ist FBI-Agent. Es gibt da noch eine Menge zu erzählen. Und sowohl ich als auch die Zuschauer wissen noch nicht, was in Jo's Vergangenheit wirklich alles falsch gelaufen ist. Natürlich habe ich mir selbst Gedanken dazu gemacht, aber sehr viel wird auch erst zukünftig in der Serie thematisiert – ich lasse mich überraschen."

Wissen Sie, welche Pläne die Autoren für die ihre Rolle Jo haben?

"Ich merke immer mehr, dass die Autoren in die gleiche Richtung denken wie ich. Für mich wird es also immer besser und besser, denn die Autoren schreiben das, was mir wichtig ist. Wir sind uns also völlig einig darin, wie wir die Rolle wirklich interessant und unterhaltsam weiterentwickeln können. Die Autoren lieben Humor. Und sie lieben es, humorvoll zu schreiben. Sie haben meine Stimme wirklich verinnerlicht und sind dadurch in der Lage meinen Südstaaten-Hintergrund perfekt zu integrieren. Sie haben für Jo einen Rhythmus, der einzigartig für mich ist. Ich denke, wir sind so gut aufeinander abgestimmt, dass wir gar nicht mehr über viel reden müssen. Und ich vertraue ihnen bei dieser Art von Achterbahnfahrt vollkommen, wie auch immer meine Rolle sich entwickeln wird."

Sehen Sie sich auch langfristig in der Serie?

"Ich bin total dankbar dafür, momentan so eine schöne Zeit zu haben. In den ersten Wochen war ich mir nicht so sicher, ob ich langfristig dabei sein kann, weil ich erst einmal mit dieser komplett neuen Welt zurechtkommen musste. Und jetzt liebe ich es! Und Jo ist so toll. Ich bin wirklich mit ihr vereint und ich mag sie sehr gerne. Also ja, ich sehe mich langfristig in der Serie. Ich bin gespannt darauf, wie sich meine Rolle in Zukunft entwickeln wird und was ich noch einbringen kann. Das wird schon klappen."