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Der Fall Ben

Der Fall Ben

Die Analyse: Nicht gesellschaftsfähig!

Golden Retriever Ben ist ein Draufgänger. Der 3 1/2 Jahre alte Rüde ist nämlich ein echter Wüstling und bespringt alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Keiner ist vor seinen penetranten Annäherungsversuchen sicher - weder Mensch noch Hund. Der Rüde berammelt einfach alles und jeden. Bens Besitzerinnen, den Schwestern Anke und Dagmar Koziol, ist das Benehmen ihres Hundes mittlerweile hochpeinlich. Außerdem ist der Golden Retriever unerzogen und nicht "gesellschaftsfähig".

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Wenn Besuch kommt, springt Ben freudig und stürmisch hoch und verhindert ein gemeinsames Essen, da er den Tisch abräumt und Stühle einfach umrennt. Ist noch ein anderer Hund mit von der Partie, muss Ben eingesperrt werden. Ebenso wild verhält er sich im Restaurant, vorm Supermarkt oder beim Tierarzt. Zu seinen neuen Besitzerinnen hat Ben noch keine richtige Bindung aufgebaut, er zieht wie verrückt an der Leine und hört auch nur in Ausnahmefällen.

Erst im Februar 2008 kam Ben zu seinen neuen Besitzerinnen, den beiden Koziol-Schwestern, nach Oberhausen. Ben hatte bereits mehrere Vorbesitzer, zuletzt wohnte er bei einer Familie auf einem Bauernhof, die allerdings eher froh darüber war, ihn wieder los zu sein. Der Golden-Retriever-Rüde war nicht geimpft, nicht gechipt und hatte Enddarmpolypen, als die Koziols ihn bekamen. Bei den beiden Schwestern wohnt bereits die 10-jährige Golden-Retriever-Hündin Kimba, aber mit der älteren Hundedame versteht sich Ben prima.

Um sich einen Eindruck vom wilden Ben im Umgang mit anderen Hunden zu verschaffen, lädt der Hundeprofi die Koziols nach Erftstadt ein. Hier auf dem Trainingsgelände kann Ben frei laufen und sein Sozialverhalten zeigen. Bei den verschiedenen Testhunden, mit denen Ben zusammengebracht wird, zeigt der halbstarke Retriever kein gesteigertes Aufreitverhalten mehr. Ben verhält sich zwar noch immer wild, ist aber gegenüber Artgenossen nicht auffällig. Ganz im Gegenteil: Er folgt sogar den Spielaufforderungen anderer Hunde, deshalb möchte Martin Rütter von einer Kastration des Rüden Abstand nehmen.

Das Training: Beschäftigung

Der Fall Ben

Ben ist total unterfordert und muss künftig ausreichend beschäftigt werden. Das ständige Aufreitverhalten ist eine Übersprunghandlung, um Dampf abzulassen. Das Training startet der Hundeprofi mit einer Schleppleine, damit Ben eine engere Bindung zu seinen Besitzerinnen aufbaut. Um den halbstarken Rüden mal so richtig auszupowern, schickt Martin Rütter den Hund ins Wasser. Golden Retriever sind von Natur aus gerne im Wasser, und hier kann sich Ben mal so richtig verausgaben und beim Apportieren von Spielzeug austoben.

Wenn die beiden Koziol-Schwestern am Ball bleiben, mehr über die Kommunikation von Hunden lernen und regelmäßig mit Ben trainieren, sagt Martin Rütter dem jungen Wilden eine ausgeglichene Zukunft voraus. Ben braucht ausreichend Beschäftigung, damit er zu Hause auch mal entspannen kann und nicht zwanghaft alles berammelt. Über das Training und die Arbeit mit dem Hund entsteht auch eine engere Bindung zwischen Ben und seinen Besitzerinnen.