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Der Fall Booh

© Fotos: VOX/Encanto

Porträt und Analyse

Booh ist eine eineinhalbjährige englische Bulldogge, die Kathrin Witta aus Datteln im Alter von 8 Wochen von einer Züchterin geholt hat. Wenn Kathrin mit der massigen Booh unterwegs ist, dann sieht es aus als führe David Goliath spazieren. Denn während die 25-jährige Mechatronik-Studentin ein zierliches Persönchen ist, präsentiert sich Booh als echtes und dazu noch gefährliches Kraftpaket.

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Seit Kathrins Umzug in eine neue Umgebung ist die Hündin noch aggressiver geworden. Sie geht auf alles und jeden los, egal ob Spaziergänger, Jogger, Radfahrer, spielende Kinder, ältere Menschen, Rollstuhlfahrer oder andere Hunde. Alles erscheint ihr bedrohlich und wenn Booh loslegt, verliert Kathrin die Kontrolle und gleichzeitig die Nerven. Dramatisch ist die Situation, wenn Besuch kommt: Dann reagiert Booh bereits an der Haustür sehr aggressiv.

Booh ist eine extrem verunsicherte Hündin - für eine englische Bulldogge eher untypisch. Woher dieses Misstrauen und vor allem die Aggressivität rühren, ist rückblickend nicht mehr zu erklären. Leider hat Booh gelernt, dass sie mit aggressivem Verhalten etwas erreichen kann.

Hundeprofi Martin Rütter will dieses aggressive Verhalten umpolen. Seiner Meinung nach zeigt Booh ein sehr stark ausgeprägtes Beutefangverhalten. Deshalb soll sie mit Hilfe eines Balls lernen, dass sie richtig Dampf ablassen kann. Denn besonders beim Spaziergang durch die Stadt ist die Hündin aggressiv angespannt und braucht ein Ventil.

Das Training mit dem Ball

© Fotos: VOX/Encanto

Das stark ausgeprägte Beutefangverhalten wird genutzt, um Boohs aggressives Verhalten umzukanalisieren. Denn wenn es bei Booh um Beute geht, um ein Spielzeug oder einen Ball, dann ist um sie herum alles egal. Deshalb soll ein [Tennisball] Booh eine [spielerische Alternative] zu ihrem aggressiven Verhalten anbieten. Martin Rütter vertritt die Theorie, dass das Beutefangverhalten auf den Tennisball so stark ist, das selbst die Aggression auf einen anderen Hund minimiert werden kann.

Das Balltraining mit Frauchen kommt zum Einsatz, sobald die Bulldogge eine Vorstufe von aggressivem Verhalten zeigt. Sofort muss Kathrin die Initiative ergreifen und Booh mit dem Ball ablenken. Die Studentin sollte mit dem Tennisball aktiv werden und Booh ein sportliches Alternativprogramm bieten. Erst dadurch ist die kräftige Hündin beschäftigt und körperlich ausgelastet.

Booh ist ein gefährlicher und misstrauischer Hund, der durch gezieltes Training sicherlich umgänglicher wird und dadurch auch für Kathrin leichter zu handhaben ist. Die junge Studentin muss Booh beibringen, dass ihre Ansprache spannender ist, als die aggressionsgeladene Situation und das wird für beide noch ein langer Weg...

© Fotos: VOX/Encanto