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Der Fall Cora

Der Fall Cora

Die Analyse

Cora ist ein richtiger Angsthase. Die 4 Jahre alte Dalmatinerhündin der Familie van Beek aus Essen gerät beim Anblick anderer und vor allem größerer Artgenossen völlig in Panik. Jeder Spaziergang wird zur Zerreißprobe für den Hund und seinen Besitzer. Cora winselt, fiept und wirft sich auf den Rücken. Sie versucht großen Hunden auszuweichen, und manchmal rennt sie schreiend vor ihnen weg. Die Familie ist verzweifelt, denn sie kann es kaum noch ertragen, ihren Hund so leiden zu sehen.

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Cora kam im Welpenalter von etwa 11 Wochen zu Familie van Beek und ist ein richtiger Familienhund. Mit Tochter Stefanie geht die Hündin zum Reiten, vor großen Pferden hat sie überhaupt keine Angst - im Gegenteil: Beim Ausritt läuft Cora problemlos nebenher. Stefanie hat auch den Hundeführerschein mit Cora bestanden, nur die Angst vor großen Hunden ist geblieben. Kein Wunder für den Hundeprofi, als er erfährt, was der Dalmatinerhündin widerfahren ist.

Als junger Hund wurde Cora in der Hundeschule von mehreren Artgenossen gemobbt und in die Ecke gedrängt. Im Alter von 7 Monaten wurde die sie von einem Schäferhund und 3 Monate später von einem Husky gebissen - beide Male musste die Wunde genäht werden. Diese schlechten Erfahrungen haben Cora bis heute traumatisiert, ihre Angst vor großen Hunden kann man richtig mitfühlen. Martin Rütter wird Coras Angst therapieren, denn nichts ist für einen Hund einschränkender als Ängste, sie mindern die Lebensqualität des Tieres enorm.

Das Training: Mit einer Deutschen Dogge gegen die Angst

Der Fall Cora

Der Hundeprofi startet das Training mit einem Nachbarn und seiner gutmütigen Deutschen Dogge Danilo. Bei einer Angsttherapie ist es wichtig, dass Cora nicht überfordert wird, sondern in kleinen Schritten und mit viel Geduld zum Erfolg kommt. Die erste Begegnung mit dem Riesen Danilo verläuft wie gehabt, und Cora stirbt tausend Tode. Sofort sucht die Dalmatinerhündin Schutz bei ihrer Familie; das ist ein gutes Zeichen, denn somit ist Cora trotz ihrer Stresssituation noch empfänglich für Kommandos. Und das ist die Vorrausetzung dafür, dass man der Hündin ein alternatives Verhalten beibringen kann.

Der Hundeprofi erteilt die Hausaufgabe, Cora in den nächsten Tagen mit ihrer Familie nichts Schönes erleben zu lassen. Frau van Beek und ihre Tochter sollen sich möglichst wenig um Cora kümmern, sie nicht streicheln, nicht mit ihr schmusen oder spielen. Cora soll in der Wohnung ignoriert werden, damit sie die Situation draußen als etwas ganz Besonderes und Schönes erlebt.

Nur draußen wird mit Cora gespielt - alles im Beisein von Dogge Danilo. Mit diesem Trainingsschritt soll Cora lernen: Wenn die großen Hunde kommen, dann sind wir richtig eng miteinander, dann sind wir ein tolles Team! Dazu findet zwei- bis dreimal am Tag ein Spaziergang im Wald statt, und Cora trifft auf den Riesen Danilo. Jetzt kommt der Futterbeutel noch ins Spiel, der geworfen und von Cora apportiert wird - alles in unmittelbarer Nähe zu Dogge Danilo. Durch das Spiel findet eine positive Verknüpfung mit dem großen Hund statt.

Ein weiterer positiver Verstärker liegt in der Arbeit mit dem Futterbeutel. Der Hundeprofi gibt die Anweisung, dass die gesamte Tagesration an Futter nur noch aus dem Futterbeutel kommen darf. Beim Apportierspiel mit dem Futterbeutel soll Cora lernen, dass es immer Spiele und vor allem Futter von Frauchen gibt, wenn die großen schwarzen Hunde kommen. Damit wird bei Cora eine positive Verknüpfung hergestellt, und die Gegenwart der großen Hunde verliert mit der Zeit an Bedrohlichkeit. Der weitere Trainingsweg besteht darin, Dogge Danilo oder andere große Hunde ins Spiel einzubeziehen.

Der Hundeprofi ist sehr optimistisch; Coras Verhalten hat sich schon deutlich verändert, und erste Trainingserfolge sind sichtbar. Die Hündin kann jetzt auch erstmalig größere Hunde beobachten, ohne sich gleich panisch auf den Rücken zu werfen. Die Angst lähmt Cora nicht mehr, sie kann sich auch schneller wieder entspannen. Für Dagmar van Beek und Tochter Stefanie heißt es jetzt, durchzuhalten und möglichst auf Spiele und Zuwendung innerhalb der Wohnung zu verzichten. Ein langwieriges Training, das viel Geduld erfordert und dessen Erfolg sich erst in einigen Wochen abschließend zeigen wird.