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Der Hundeprofi: Terrier-Mischling Henry schleckt die Wände ab

Terrier-Mischling Henry schleckt die Wände ab!
Terrier-Mischling Henry schleckt die Wände ab! Martin Rütter will den Grund herausfinden 00:02:13
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Martin Rütter auf der Suche nach dem Grund

Hundeprofi Martin Rütter stellte fest, dass das Verhalten von Henry eine Art ritualisiertes Jagdspiel war. Der Rüde stand vor der Wand und wartete auf Schatten, die er dann jagte. Bildeten sich aufgrund der Lichtverhältnisse keine Schatten, kam Frust auf bei Henry, den er durch Lecken an der Wand zu kompensieren versuchte. Er war derart mit der Suche nach den Schatten beschäftigt, dass sich eine Menge Stress in ihm anstaute. Dieser Stress sollte dem Hund mit Martins Hilfe genommen werden und dafür musste das Schatten-Such-Ritual durch vollkommenen Entzug aufgebrochen werden.

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Der Hundeprofi
Hundeprofi Martin Rütter beobachtet Terrier Henry © Fall 'Henry', VOX/Mina TV

Zusammen fanden sie heraus, dass Henry sehr für Bälle zu begeistern ist. Das Ballspiel (täglich mindestens eine Stunde auf dem Feld und eine halbe Stunde im Garten) konnte für mehrere Zwecke genutzt werden; in erster Linie diente es dazu Henry abzulenken und zu beschäftigen. Sein Fokus lag dadurch nicht mehr so extrem auf dem Schattenspiel, denn er war nach dem Ballspiel schlichtweg zu müde. Zudem bot es ihm die Möglichkeit, seinen ausgeprägten Jagdinstinkt weiterhin ausleben zu können. Bekäme er diese Gelegenheit nicht angeboten, würde aus ihm ein extrem frustrierter Hund werden.

Das Training: Schatten-Entzug und Ballspiel

Zum Schatten-Entzug gehörte in den ersten Wochen außerdem, dass sich der Rüde im Haus nur noch angeleint bewegen durfte und somit gar keinen Zugang mehr zu den Schatten an der Wand hatte.

Im nächsten Schritt sollte Henry weiteres Alternativverhalten gezeigt werden. Er durfte sich frei bewegen, sollte aber im Haus abgelenkt werden, sobald er sich den Schatten näherte. Tochter Mia-Sophie sprach den Hund an. Reagierte er, wurde ein Leckerli geworfen, dem er dann folgte. Reagierte er nicht, nahm Mia-Sophie sofort die Leine zur Hilfe und führte Henry in sein Körbchen. Dieses Ablenkungsmanöver sollte bis zu hundert Mal über den Tag verteilt durchgeführt werden.

Der Erfolg zeichnete sich schneller ab als vermutet. Henry zeigte sich dankbar für jedes Alternativverhalten, das ihm angeboten wurde. Schatten wird er wahrscheinlich sein Leben lang spannend finden, aber mit Martins Hilfe konnten Möglichkeiten erarbeitet werden, die den Hund von seiner Fixierung wegbringen und damit seinen Stress abbauen.