SAMSTAGS I 18:00

Diabetes bei Katzen

Diabetes bei Katzen

Diabetes bei Katzen

Der Diabetes mellitus ist eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die für die Produktion von Verdauungsenzymen und der Hormone Insulin und Glucagon zuständig ist. Diese spielen für den Zuckerstoffwechsel eine wichtige Rolle. Ist ihre Produktion gestört, müssen sowohl das Insulin als auch die Enzyme dem Organismus als Medikamente zugeführt werden. Nur so kann der Blutzuckerspiegel auf ein normales Maß gesenkt und die aufgenommene Nahrung im Verdauungstrakt weiterverarbeitet werden.

- Anzeige -

Diabetes bei Katzen äußert sich vor allem darin, dass die Tiere plötzlich erheblich mehr Urin absetzen müssen, dementsprechend viel häufiger trinken und eine regelrechte Fresssucht entwickeln, wobei Katzen mit fortgeschrittener Erkrankung trotzdem Gewicht verlieren. Zudem kommt es oft zu einer Entzündung der Mundschleimhäute. Wird das Insulin nicht mehr in genügender Menge von der Bauchspeicheldrüse ausgeschieden, wird der gesamte Stoffwechsel durcheinander gebracht und es kann zu einer Verdickung des Blutes sowie einer erhöhten Nierenfunktion kommen.

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf macht heute einen Hausbesuch im Tierschutzverein Wiesbaden. Hier lebt seit einigen Monaten die 12 jahre alte, zuckerkranke Wohnungskatze "Larisa", die regelmäßig durchgecheckt werden muss. Weil ihre Besitzerin verstorben ist, ist nicht bekannt, seit wann die Katze an Diabetes leidet. Um den Blutzuckergehalt festzustellen, wendet Dr. Wolf einen Glukose-Schnelltest an, der auch Heimtest genannt wird. Hierzu wird die Katze ins Ohr gepiekst und ein Tröpfchen Blut mit einem Teststreifen aufgefangen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Stressfaktor des Tieres relativ gering gehalten wird. Je gestresster ein Tier nämlich ist, desto höher steigt der Insulinspiegel im Blut. Um bei der Überprüfung der Werte ganz sicherzugehen, empfiehlt es sich jedoch, eine Blutprobe im Labor untersuchen zu lassen. Hier sollte nicht nur die Glucose, sondern auch das Fructosamin bestimmt werden. Sobald der Fructosamin-Wert über 300 liegt, sollte dringend eine Behandlung eingeleitet werden.

Dr. Wolf empfiehlt, die Insulinspritze zwei Mal am Tag zu verabreichen: nach der Hauptmahlzeit morgens und nach einer kleineren Futermenge abends. So kann der Insulinspiegel besser ausgeglichen werden.

Tierheimkatze sucht schönes Zuhause

Diabetes bei Katzen

Tierheimkatzen wie "Larisa" sind aufgrund ihrer Erkrankung schwerer zu vermitteln als gesunde Tiere. Das liegt vor allem daran, dass die Menschen sich den richtigen Umgang mit Insulinspritzen nicht zutrauen. Berücksichtigt man allerdings einen kleinen Trick, kann man bei der Injektion kaum etwas falsch machen: man greift mit den mittleren drei Fingern in das Fell der Katze, sodass eine Hautfalte entsteht. Dann setzt man die Nadel unterhalb des Zeigefingers an und kann nun das Insulin spritzen. Das Tier wird die feine Nadel kaum spüren. Wer der zuckerkranken Samtpfote ein schönes, neues Zuhause geben möchte, sollte natürlich viel Zeit für das Tier haben, damit es sich nicht einsam fühlt.

Buchtipp: Dr. Wolf
Tiersprechstunde für Katzen
Kosmos, 2003
ISBN 978-3-440-09586-7, EUR 12,95
124 Seiten
Weitere Informationen zu "Larisa" gibt es hier.
Tierschutzverein für Wiesbaden und Umgebung e.V.
Speizmühlweg 1
65187 Wiesbaden
Tel.: 0611/74516 und 702564

HIGHLIGHTS

Rollstuhl-Reiter Timo macht anderen Rollifahrern Mut
00:00 | 09:26

Querschnittsgelähmt im Sattel

Rollstuhl-Reiter Timo macht anderen Rollifahrern Mut