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Diana Eichhorn auf Guppy-Suche

Haben Guppys hierzulande Überlebenschancen?

Der Guppy zählt zu den beliebtesten Aquarienfischen Deutschlands. Weil er sich im Aquarium meist sehr schnell vermehrt, wird er auch gerne als "Millionenfisch" bezeichnet. Daher ist der farbenfrohe, kleine Süßwasserfisch nicht nur bei Aquarienfreunden und Fischliebhabern, sondern auch bei Züchtern sehr beliebt.

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Guppys in der Erft?

Die Exoten glitzern normalerweise in den buntesten Regenbogenfarben. Daher vermutet man sie auch eher im Amazonas oder in anderen Regionen ihrer Heimat Südamerika. Dass die tropischen Zierfische nun auch in deutschen Flüssen nachgewiesen wurden, hat aber ganz logische Gründe: Die kleinen Allesfresser wurden vermutlich von Aquarianern ausgesetzt. Seitdem kann man sie daher auch in Flüssen wie der Erft finden - als sogenannte Neozoen. Dabei handelt es sich um Tierarten, die sich mithilfe des Menschen in anderen - ihnen fremde Gebiete und Regionen angesiedelt haben. Das kann oft ungeahnte Konsequenzen für das Ökosystem haben.

Doch wie kann der kleine Guppy, der normalerweise an warmes Süßwasser aus den Tropen gewöhnt ist, hier überhaupt überleben?

Günstiger Lebensraum

hundkatzemaus-Reporterin Diana Eichhorn
hundkatzemaus-Reporterin Diana Eichhorn auf Guppy-Suche

Zusammen mit dem Guppy-Experten Michael Kempkes macht sich hundkatzemaus-Reporterin Diana Eichhorn auf die Suche nach den kleinen Zierfischen. Mit Kescher, Taucherbrille und Schlauchboot erkunden sie die Erft in der Nähe von Grevenbroich. Man sollte meinen, dass die zierlichen Aquarienfische leicht zu übersehen sind: Durch ihre kaleidoskopisch reflektierende Haut können sie dann aber doch aufgespürt werden. Ihr Aussehen gleicht dennoch nicht exakt dem, das man von handelsüblichen Aquarien-Guppys so kennt. Die kleinen Erftschwimmer sind nicht ganz so bunt wie ihre Artgenossen in Südamerika. Durch natürliche Selektion haben sich hier die Guppys durchgesetzt, die etwas unauffälliger gefärbt waren. Das begünstigt die Erhaltung und dient auch dem Schutz gegen Fressfeinde.

Die sehr kleinen Zahnkarpfen bevorzugen normalerweise Wassertemperaturen um die 25 Grad Celsius. Dieser Wärmegrad ist in der naturbelassenen Erft normalerweise nicht zu finden - in der Nähe eines Kohlekraftwerks allerdings schon. Die Guppys haben sich in einem Flussarm der Erft angesiedelt, der direkt neben einem solchen liegt. Durch das Abwasser herrscht hier ganzjährig eine Temperatur von 24 bis 26 Grad Celsius. Zudem halten sich die kleinen Aquarienfische meist am Ufer auf. Hier ist es im Winter am wärmsten und die Fressfeinde bleiben dem niedrigen Wasser auch fern.

Buchtipps

Guppys

Kempkes, Michael

Tetra Verlag, 2010

ISBN: 978-3897451926, EUR 5,10

63 Seiten

Der Guppy: Pflege und Hochzucht

Kempkes, Michael

Ulmer (Eugen), 1996

ISBN: 978-3800173303, EUR 29,90

144 Seiten

Guppy-Fibel: Erfolgreiche Pflege und Zucht im Aquarium

Hieronimus, Harro und Lukhaup, Chris

Dähne Verlag, 2011

ISBN: 978-3935175715, EUR 14,80

96 Seiten

Informationen zum Guppy
Informationen und Skript des Bundesamtes für Naturschutz als PDF
von Christian Wiesner, Christian Wolter, Wolfgang Rabitsch und Stefan Nehring
Guppy-Hobby

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