Die Macht der Lüge - Die grosse Samstagsdokumentation

Die Macht der Lüge
(c) Foto: VOX/Spiegel TV

Die Lüge kann Leben beschützen und sie kann Leben zerstören

Mit der Lüge begannen Kriege und endeten Karrieren. US-Präsident Bill Clinton verspielte 1998 vor laufender Kamera seine politische Glaubwürdigkeit mit diesem Satz: 'I did not have sexual relations with that woman, Miss Lewinsky.' Er leugnete die Affäre mit seiner Praktikantin und jeder wusste, dass er log. Doch der Präsident rettete seinen Kopf. Dem vermeintlichen Shooting-Star Karl-Theodor zu Guttenberg hingegen wurde die Lüge, seine Doktorarbeit sei 'kein Plagiat', zum Verhängnis. Und der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff wurde aufgrund seiner 'Salami-Taktik' gar mit Schimpf und Schande aus dem Amt gedrängt.

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Nirgends wird so viel gelogen wie in der Politik, heißt es. Dabei lügt jeder Mensch wie gedruckt. Bis zu 200 Mal am Tag, meinen Psychologen. Von frisierten Lebensläufen, getürkten Steuererklärungen und falschen Identitäten im Internet ganz zu schweigen. Die Lüge ist Tabu und Faszinosum zugleich: In China gehört ein gewisses Maß an Lüge zum guten Ton. Auch Konrad Kujau, der Schöpfer der berühmten 'Hitler-Tagebücher', verstand sich nie als Fälscher, sondern als begabter, fantasievoller Auftragskünstler.

Wann ist es wirklich vertretbar, nicht die Wahrheit zu sagen?

Glaubwürdigkeitsexperte Marco Löw macht für Spiegel TV die Probe aufs Exempel
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Doch die Frage bleibt: Wann ist die Notlüge sogar ein Muss? Auf der anderen Seite werden wir selbst ständig belogen: Ob Strom-Lüge, Bio-Lüge, Diät-Lüge oder schlicht 'das beste Shampoo aller Zeiten für perfektes Haar' - fast jede 'Produkt-Information' entpuppt sich auf den zweiten Blick als Etikettenschwindel. In Beziehungen hingegen ist die Lüge besser als ihr Ruf. Die 'Orgasmus-Lüge' wird diesbezüglich gerade von Frauen sehr geschätzt. 'Echt und ungeschminkt', meint Roger Willemsen, 'sind wir für den anderen kaum zu ertragen.' Und doch gibt es Fälle, die die Grenzen sprengen wie z. B. das Lügen-System des Wettermoderators Jörg Kachelmann.

SPIEGEL TV berichtet über große Selbst- und Lebenslügen. So war Nationalspieler Uli Borowka auf dem Platz ein beinharter Gegenspieler - doch der entscheidende Zweikampf gegen den Alkohol kostete ihn fast das Leben.

Der Theologe David Berger machte schon früh Karriere in der katholischen Kirche. Seine Homosexualität verschwieg er. Mit Notlügen und Ausreden hielt Berger dem schier unmöglichen Doppelleben stand, u. a. stellte er seinen jahrelangen Lebensgefährten als seinen Cousin vor.

Die Journalistin und Autorin Katja Kullmann stand mit ihrem Buch 'Generation Ally' wochenlang auf den Bestsellerlisten. Sie gewöhnte sich an einen 'bourgeoisen Lebensstil', doch 2008 blieben auf einmal die Aufträge aus. Kullmann rutschte zeitweise in Hartz IV. Aus Angst vor sozialem Abstieg verheimlichte sie dies und hielt die Fassade der erfolgreichen, sorgenlosen Kreativen auch vor Freunden und Familie aufrecht.

In solchen Fällen sind die Belogenen ahnungs- und im Nachhinein fassungslos. Dabei gibt es Indizien, an denen man einen Lügner erkennt. Glaubwürdigkeitsexperte Marco Löw macht für SPIEGEL TV die Probe aufs Exempel: Anhand von Videobeispielen analysiert er die großen Lügen der Zeitgeschichte und kommt zu spannenden Ergebnissen. Ob Clinton, Ulbricht, Guttenberg oder das legendäre Liebesgeständnis von Prinz Charles und Lady Diana - in den meisten Fällen hätte man darauf kommen können, dass die Beteiligten nicht die ganze Wahrheit präsentieren.

Die große Samstags-Dokumentation analysiert die Anatomie der Lüge, kurzweilig aufbereitet und von kompetenten Experten wie Roger Willemsen, Carolin Kebekus, Désirée Nick und Autor Jürgen Schmieder, der im Selbstversuch 40 Tage lang nicht log, unterhaltsam kommentiert. Die ganze Wahrheit über kleine Ausflüchte und Riesenschwindeleien.

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