Discounter-Preiskrieg beim Fleisch: Woran Vebraucher gutes Fleisch erkennen

Lidl kritisiert Preiskampf um Fleisch - und macht selber mit
Tierschutzbund appelliert an die Verbraucher, kein Billigfleisch zu kaufen. © dpa, Bernd Wüstneck

Tierschutzbund: Finger weg von Billigfleisch!

Die jüngsten Preissenkungen des Discounters Aldi bei Fleisch und Butter stoßen bei Tierschützern, aber auch in Teilen des Handels auf Kritik. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, verurteilte die jüngsten Rotstiftaktionen am Montag als Dumping-Strategie, die auf dem Rücken der Tiere und auch der Landwirte ausgetragen werde. Auch Deutschlands zweitgrößter Discounter Lidl äußerte Kritik.

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„Wer Preise dauerhaft senkt, der senkt auch das Tierschutzniveau in den Ställen“, sagte Schröder der Nachrichtenagentur dpa. Denn Investitionen in mehr Tierschutz seien für viele Landwirte bei dem Kostendruck nicht möglich. Er appellierte an die Verbraucher, die Hände von Billigfleisch zu lassen.

Auch Deutschlands zweitgrößter Discounter Lidl kritisierte aus Tierschutzgründen die jüngsten Preissenkungen des Marktführers Aldi bei Rind- und Geflügelfleisch. In einer für den Wettbewerb im Einzelhandel ungewöhnlichen Stellungnahme betonte Lidl, man könne die Kritik an Preissenkungen gerade in dieser Warenkategorie angesichts der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen für Erzeuger und Verarbeiter sehr gut nachvollziehen. Lidl würde es nach eigenen Angaben begrüßen, „wenn es trotz des harten Wettbewerbs in Deutschland gelänge, ein Preisniveau im Frischfleisch-Sektor zu finden, das die richtigen und wichtigen Anstrengungen für mehr Tierwohl unterstützt“.

Daran erkennen Verbraucher gutes Fleisch

Dennoch setzte auch Lidl den Rotstift an und folgte dem Beispiel von Aldi. Preissensiblen Lidl-Kunden solle kein Einkaufnachteil entstehen, begründete das Unternehmen den Schritt. Aldi hatte am Wochenende die Preise für Rind-, Hähnchen- und Putenfleisch um bis zu sieben Prozent gesenkt. Der Discount-Marktführer betonte allerdings, lediglich gesunkene Rohwarenpreise an die Kunden weiterzugeben. Die artgerechte Haltung werde regelmäßig kontrolliert.

Aldis Schritt dürfte Auswirkungen auf den gesamten Handel haben. Denn viele Wettbewerber orientieren sich im Preiseinstiegsbereich am Discount-Marktführer.

Verbraucher müssen sich jetzt entscheiden: Wer gerne Fleisch isst, muss nicht unbedingt darauf verzichten. Aber ein ganzes Hähnchen für drei Euro aus der Tiefkühltruhe - da sollte sich jeder Konsument bewusst sein, dass die Aufzucht des Tieres nur in Massentierhaltung profitabel ist. Die Verbraucherzentrale empfiehlt sogar, den Fleischkonsum zu reduzieren - für die Umwelt und den Tierschutz. Denn manchmal ist weniger mehr.