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Durchfall beim Hund

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersuch einen Hund. Foto: VOX/VP

Durchfall beim Hund

Durchfall bzw. Diarrhoe bei Hunden wird häufig durch falsche Fütterung, Aufnahme von schädlichen oder unverträglichen Stoffen, Infektionen, Bakterien oder Parasiten ausgelöst.

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Eine Temperaturmessung zeigt, ob es sich um eine Infektion handelt oder nicht. Hat das Tier kein Fieber, können anhand einer Untersuchung des Stuhls Parasiten festgestellt werden und auch Einzeller (Protozoen), wie Giardien, diagnostiziert werden. Hierbei handelt es sich um eine Gattung mikroskopisch kleiner Dünndarm-Parasiten, die als so genannte Zoonoseerreger auch auf den Menschen übertragen werden können. Erste Anzeichen dafür sind erkennbare Fetzen der Darmschleimhaut im Kot.

Im Winter kann aber auch eine Aufnahme von Streusalz häufig zu Durchfall führen. Das Salz setzt sich zwischen den Zehen fest, verursacht starken Juckreiz und Brennen und wird vom Hund weg- bzw. abgeleckt.

Verdacht auf Infektion durch Streusalz

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf gibt einem Hund eine Spritze. Foto: VOX/VP

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht heute einen 12-jährigen Mischlingsrüden, der seit zwei Tagen unter dünnflüssigem Durchfall leidet. Seit heute ist der Kot zudem akut blutig, der Hund frisst nicht mehr und hat blasse Schleimhäute.

Wenn es sich nicht um eine schwere Infektion handelt, haben Hunde bei Durchfall selten erhöhte Temperatur. Doch die Messung ergibt, dass der Rüde leichte Temperatur hat. Das schwache Fieber kann dadurch entstehen, dass durch die blutende Darmschleimhaut u.a. auch Darmbakterien in die Blutbahn geraten und so eine Infektion auslösen.

Gegen die Infektion spritzt Dr. Wolf dem vierbeinigen Patienten ein Langzeit-Antibiotikum mit einer Wirkungsdauer von 48 Stunden. Nach Ablauf dieser Dauer, wird das Medikament in der Praxis aufgefrischt. Doch in der Regel tritt bereits kurz nach der ersten Spritze eine Besserung ein.

Um die Blutung der Darmschleimhaut zu stoppen, verabreicht der Tierarzt einen Schleimhautschutz in Pastenform, der in den nächsten drei Tagen morgens und abends eingenommen werden muss. Zusätzlich bekommt der Mischling ein krampflösendes Mittel (Spasmolytikum), das den Darm beruhigt.

Besonders in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, seinem Hund die Pfoten nach dem Spazierengehen gründlich mit klarem Wasser abzuwaschen. So wird Streusalz entfernt, kann nicht vom Hund aufgenommen werden und somit auch keine Duchfallerkrankung verursachen.

Buchtipp: Dr. Wolf Tiersprechstunde für Hunde
Kosmos, 2003
ISBN 978-3-440-09587-4, EUR 12,95
124 Seiten

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