SONNTAGS I 17:00

Elektro-Porsche

Elektro-Porsche

Geschäft mit Zukunft?

Schön, schnell, laut - so muss ein Sportwagen sein. Schön und schnell ist der eGreenster von Ruf. Der Tesla Roadster ebenfalls. Doch anstelle von lautem Motorendröhnen hört man bei beiden nur das Summen eines Elektromotors.

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Für Paul Liddle ist das kein Widerspruch, sondern ein Geschäft mit Zukunft. Der Amerikaner bietet Elektroumbauten aller Art an. Paul lebt in Florida und baut seit neun Jahren Elektroautos in seiner Garage. Stolz zeigt er seine Werkstatt und eines seiner Projekte: einen echten Elektro-Porsche. Der braucht kein Benzin und hat somit auch keinen Auspuff. Die Kontrolleinheit für den Motor und die Leistung wurde hinten eingebaut. So bleibt der Motor in der Mitte des Autos. Vorne sind die Batterien untergebracht. Es handelt sich um Blei-Akkus in einem Glasfaser-Vlies. Sie können in jeder beliebigen Lage eingebaut werden, ohne dass Säure austritt. Die Batterien halten acht bis zwölf Jahre, je nach dem wie pfleglich man damit umgeht.

Motorjustierung per Laptop

Doch was die Ordnung auf seinem Werksgelände angeht, ist sein Betrieb mit einer Hightech-Werkstatt wie der von Alois Ruf nicht vergleichbar. Aber Hauptsache die Technik funktioniert. Mit Hilfe eines Laptops kann Paul Liddle die genau Motorjustierung vornehmen: Die Fahrleistungen des Elektro-Boxsters hängen von diesen Einstellungen ab. Laut Paul beschleunigt er von 0 auf 100 in 5 Sekunden. Nach 80 Kilometern muss der E-Porsche an die 220 Volt Steckdose - in 45 Minuten ist er wieder voll geladen. Wie das genau vonstatten geht, erklärt Paul nicht. Er ist ein findiger Geschäftsmann und hat sich ein Händlernetzwerk in den USA und Europa aufgebaut. Die Nachfrage ist groß - ein großer Teil des Geschäfts wird dabei über das Internet abgewickelt.

In der Halle eines Geschäftspartners steht der Electron von Paul, eine Lamborghini-Replica auf Basis eines Porsches. In dieses Auto will Paul verschiedene Stromquellen einbauen: Lithium-Ionen-Batterien, Super-Kondensatoren und Bleiakkus mit Fieberglas-Vlies. Dieser Energie-Mix versorgt den Motor mit der benötigten Leistung. Je nach dem, ob man gemütlich fahren oder ordentlich heizen will.

Paul Liddle jedenfalls erfüllt so ziemlich jeden Kundenwunsch. Die Preise für den Umbau zu einem Elektrosportwagen starten bei 30.000,- EUR.