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Ewige Helden: Heike Drechsler ist die jüngste Weitsprung-Weltmeisterin aller Zeiten

Ewige Helden: Heike Drechsler ist die jüngste Weitsprung-Weltmeisterin aller Zeiten
Heike Drechsler will sich mit anderen Größen der deutschen Sportwelt messen © picture-alliance / dpa, (c) dpa - Fotoreport

Heike Drechsler gewann auch in anderen Disziplinen

Olympiasiegerin, jüngste Weitsprung-Weltmeisterin aller Zeiten, fünffache Europameisterin und neunfache deutsche Meisterin: Heike Drechsler ist die Weitspringerin des Jahrhunderts. Jetzt will sie sich mit anderen Weltklasse-Sportlern bei "Ewige Helden" messen.

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Heike Gabriela Daute wird am 16. Dezember 1964 als zweites von drei Kindern in Gera geboren. Ihre Eltern lassen sich jedoch scheiden als sie gerade mal sieben Jahre alt ist. Drei Jahre später verunglückt ihr Vater tödlich. In der Leichtathletik AG ihrer Schule zeigt sich sehr schnell ihr großes Talent. 1973 wird sie mit neun Jahren von Talentscouts des Trainingszentrums der BSG Wismut Gera entdeckt. Nun will Heike endlich eine richtige Medaille gewinnen. "Die Medaillen bei den Kreis- und Schulspartakiaden waren aus Plastik. Wenn es regnete, war die Farbe plötzlich ab, so dass man nicht mehr erkennen konnte, ob es Gold, Silber oder Bronze war. Ich war so traurig!"

Mit 12 Jahren wechselt Heike auf ein Sportinternat. Die magische 6-Meter-Marke überspringt sie mit gerade einmal 15 Jahren. 1980 tritt sie bei den DDR-Hallenmeisterschaften der Erwachsenen an und wird Dritte. Nur ein Jahr später fällt auch die 7-Meter-Marke und sie holt bei den DDR-Hallenmeisterschaften im Weitsprung Gold. Für die DDR tritt sie 1983 bei der Leichtathletik WM in Helsinki an und gewinnt in ihrer Disziplin. Bei den olympischen Spielen 1984 in Los Angeles darf Heike aufgrund des DDR-Boykotts aber nicht antreten. In diesem Jahr heiratet sie den damaligen Fußball-Torhüter und Sportstudenten Andreas Drechsler.

Drechsler steht auch in den folgenden Jahren fast immer auf dem Treppchen. Mit ihrer Bestleistung von 7,44 Meter kann sie 1985 schließlich einen neuen Weltrekord aufstellen. Und nicht nur mit großen Sprüngen ist sie erfolgreich: Bei der EM 1986 in Stuttgart holt sie sich neben Gold im Weitsprung auch Gold für ihren Sprint über 200 Meter. Sie wird zur "Weltsportlerin des Jahres" und nur ein Jahr später zur "Europäischen Sportlerin des Jahres" gewählt. Bei den olympischen Spielen 1988 sichert sie sich Silber im Weitsprung und Bronze im Sprint. 1989 legt Drechsler eine Karrierepause ein, die wie in der DDR verlangt ist, ordnungsgemäß beantragt wird. "Ich musste einen offiziellen Antrag stellen. Wir haben dann geschrieben, ich brauche eine Regenerationszeit. Aber eigentlich wussten alle, dass ich schwanger werden möchte." Kurz vor dem Mauerfall bringt Drechsler ihren Sohn Tony zur Welt. Ab 1990 startete sie wieder sportlich durch: Europacup, WM und Hallen WM, Worldcup.

Heike Drechsler wollte ihre "sportliche Qualität" beweisen

Drechsler bringt als BRD-Athletin die Edelmetalle nach Deutschland. 1992 startet sie bei den olympischen Spielen in Barcelona und wird Olympiasiegerin. Doch noch währenddessen wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt, es folgen Doping- und Stasi-Vorwürfe. Drechsler betont: "Ich habe nie wissentlich und willentlich gedopt. Ich verurteile die Praktiken dieses Systems aufs Schärfste, dass das Vertrauen der Menschen und Sportler so schlimm missbraucht hat." Die Anschuldigungen werfen Heike Drechsler aber nicht aus der Bahn. "Zu der Zeit ist so viel auf mich eingeprasselt und ich wollte allen beweisen, was für eine sportliche Qualität ich besitze." Und es gelingt: 10 Jahre nach dem ersten WM-Titel holt sie 1993 in Stuttgart erneut Gold. 1995 bei der WM in Göteborg tritt sie dann nicht nur im Weitsprung, sondern auch im Siebenkampf an. In ihrer Paradedisziplin scheitert sie aber überraschend in der Qualifikation, im Siebenkampf muss sie unter Schmerzen aufgeben. Ein Jahr später scheitert auch ihre Ehe.

Alain Blondel wird der neue Mann an ihrer Seite. Die olympischen Spiele 1996 versäumt Drechsler verletzungsbedingt, erst bei der EM 1998 ist sie wieder auf den Beinen und holt Gold im Weitsprung. Im Jahr 2000 nimmt die "Ewige Helden"-Athletin mit 35 Jahren an den olympischen Spielen in Sydney teil. Sie springt 6,99 Meter und gewinnt ihr zweites Olympisches Gold. Sie wird zur "Sportlerin des Jahres" und vom Magazin Track & Field zur "Weitspringerin des Jahrhunderts" gewählt. Ende 2004 folgt das Karriereende.

Als eine der ersten deutschen Leichtathletinnen wird sie 2014 in die "Hall of Fame" des internationalen Leichtathletikverbandes IAAF aufgenommen. Heute arbeitet Heike Drechsler im Gesundheitsmanagement. Sie hält Vorträge über Erfolg, Motivation und Work-Life-Balance und ist Repräsentantin für Sport, Bewegung und Ernährung.

In "Ewige Helden" bei VOX hat Heike Drechsler nun die Gelegenheit sich mit anderen Größen der deutschen Sportwelt zu messen. In Folge zwei ist das Abenteuer für die Kämpferin leider schon vorbei.

Frank Busemann holt den Sieg
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Das Finale von "Ewige Helden" (Teil 2)

Frank Busemann holt den Sieg