Demnächst wieder im Programm

Ewige Helden: Nicola Thost schreibt Sportgeschichte

Nicola Thost
Bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano wird Snowboarden zum ersten Mal in das Wettkampfprogramm aufgenommen. Nicola Thost holt Gold und schreibt Sportgeschichte. © picture-alliance / dpa, (c) dpa - Fotoreport

Nicola Thost ist die erste Halfpipe-Olympiasiegerin der Geschichte

Olympiasiegerin, Weltcup-Gewinnerin und ausgezeichnet mit zahlreichen internationalen Awards. Nicola Thost ist die erste Halfpipe-Olympiasiegerin der Geschichte. Auf die ehemalige Profi-Snowboarderin wartet mit dem Wettkampf bei "Ewige Helden" eine ganz besondere sportliche Herausforderung, denn dabei tritt sie gegen andere deutsche Spitzenathleten an.

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Nicola Thost wird am 3. Mai 1977 in Pforzheim geboren. Da ihre Eltern und ihr älterer Bruder sehr sportlich sind, gehört Sport in der Familie schon immer dazu. Den Eltern ist wichtig, dass Vielfalt und Begeisterung am Sport im Vordergrund stehen, für welche Sportart sich die Kinder entscheiden, ist zweitrangig. Familie Thost verbringt viel Zeit in den Bergen, und mit drei Jahren steht Nicola Thost zum ersten Mal auf Skiern. Außerdem probiert sie sich im Reiten, Schwimmen, Tennis und Ballett. Im Kunstturnen gehört sie zeitweise zur baden-württembergischen Spitze. Sie trainiert bis zu sechs Mal in der Woche. Nicola Thosts älterer Bruder ist ihr großes Vorbild. Alles, was er anpackt, will sie auch machen. So kommt sie zum Snowboarden. Im Alter von 14 Jahren steht sie das erste Mal auf einem Brett, fährt auch gerne mit ihrem Bruder.

1995, nur vier Jahre nachdem Nicola Thost das erste Mal auf einem Snowboard stand, siegt sie bei den Jugendweltmeisterschaften in Polen. Für die 18-Jährige ein unvergesslicher Moment. Nach ihrem Abitur gibt sie sich eine einjährige Testphase, um herauszufinden, ob es klappt, ihr Lieblingshobby zum Beruf zu machen. In diesem Jahr holt Nicola Thost vier weitere Titel. Am Ende des "Snowboardjahres" zieht sie die Bilanz: "Ich kann noch mehr erreichen!" Sie steht plötzlich im Fokus der Medien, denn nicht viele Frauen fahren zu der Zeit Snowboard auf dem gleichen internationalen Niveau wie sie. Bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano wird Snowboarden zum ersten Mal in das Wettkampfprogramm aufgenommen. Nur wenige Wochen vor den Spielen zieht sich Nicola Thost jedoch eine Brustkorbprellung zu, die ihr Training erheblich einschränkt. Dennoch ist sie gelassen, mit olympischem Gold rechnet sie ohnehin nicht – doch weit gefehlt: Sie schafft nicht nur die Qualifikation, sondern holt tatsächlich die allererste Goldmedaille in der Halfpipe überhaupt und schreibt damit Sportgeschichte.

Nicola Thost bleibt dem Halfpipe treu

1999, kurz nach dem Olympiasieg, zieht sich Nicola Thost ihren ersten Kreuzbandriss am Knie zu. "Verletzungen gehören dazu. Sportler sehen alles als Herausforderung. Nach einer Verletzung ist die nächste Herausforderung, wieder fit zu werden, um auf das alte Level zu gelangen", erklärt die Snowboarderin. Im Dezember 2001 bricht sie sich das Handgelenk – kurz vor den Olympischen Winterspielen im Februar 2002 in Salt Lake City. Dennoch nimmt sie teil, doch in diesem Jahr reicht es nur für den 11. Platz. Ihre Klasse stellt Nicola Thost jedoch direkt im Anschluss unter Beweis: Sowohl bei den Sims World Championships als auch bei den Nippon Open 2002 steht sie erneut ganz oben auf dem Siegerpodest. Bei den US Open zum Abschluss der Saison 2002 liegt sie in Führung, doch stürzt im letzten Run und ihr Kreuzband reißt ein weiteres Mal. In dem Moment, als sie den bekannten Schmerz im Knie spürt, weiß sie: "Das war's jetzt!" Das Knie hält den Belastungen auf diesem hohen Niveau einfach nicht mehr Stand. Nicola Thost muss ihre Profilaufbahn mit erst 26 Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Karriere beenden.

Nach dem Karriereaus widmet sie sich intensiv ihrem Sportmarketing- und -management-Studium. Dem Snowboarden bleibt sie jedoch immer treu, auch wenn ihr Fokus nicht mehr auf der Halfpipe, sondern dem Freeriden liegt, also dem Fahren im freien Gelände. In der abgelaufenen Saison 2014/2015 war Nicola Thost erstmals eingeladen, an der Freeride World Tour teilzunehmen. Ausgestattet mit einer Wildcard schafft sie die Sensation und holt sich den Sieg beim "Verbier Xtreme". Diese Wettkämpfe kann die "Ewige Helden"-Athletin heute viel mehr genießen.

Um ihre Leidenschaft für den Snowboardsport weiterzugeben, hat Nicola Thost vor gut sechs Jahren das Projekt "Sprungbrett – from Local to Hero" ins Leben gerufen. Hiermit unterstützt sie begeisterte Kinder und Jugendliche bei den ersten Schritten auf dem Weg zum Snowboardprofi. In "Ewige Helden" bei VOX möchte Nicola Thost nun den besten deutschen Sportlern Deutschlands beweisen, dass sie nicht nur auf ihrem Snowboard jeden Gegner kalt stellen kann.

Frank Busemann holt den Sieg
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Das Finale von "Ewige Helden" (Teil 2)

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