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Exotischer Nachlass

Ein Heim für Kakdus
Ein Heim für Kakdus 00:09:12
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Kakadus allein zuhaus

Bei einer Wohnungsauflösung in der Nähe von Bremen hat eine Entrümpelungsfirma zwischen altem Ramsch und Kartons zwei Kakadus in getrennten Käfigen entdeckt. Die Mitarbeiter haben den Auftrag bekommen, alles in der Wohnung Verbliebene zu entsorgen, da die Besitzer verstorben sind. Über die Tiere ist weiter nichts bekannt. Zum Glück hat Möbelpacker Joachim Jakobs den Fund direkt dem Tierschutz gemeldet. Außer, dass die beiden Kakadus in getrennten Käfigen gehalten wurden, ist von ihnen nichts bekannt. Hätten sich die Erben rechtzeitig beim Tierschutz gemeldet, wäre es den prächtigen Papageienvögeln erspart geblieben, buchstäblich auf der Straße zu sitzen. Was soll jetzt mit ihnen passieren?

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© Kakadus allein zu Haus

hundkatzemaus-Tierschutzexperte Frank Weber vom Franziskustierheim in Hamburg macht sich direkt auf den Weg um herauszufinden, was es mit den Kakadus auf sich hat. Auf den ersten Blick macht der Gelb- und der Orangehaubenkakadu einen guten Eindruck. Weil die Erben der Entrümpelungsfirma einen schriftlichen Auftrag zur Entsorgung des gesamten Hausstandes erteilt haben, kann Frank die beiden Tiere mitnehmen, denn auch der Tierschutz benötigt immer eine Vollmacht, um notwendige Schritte einleiten und Tiere vermitteln zu können.

Zunächst bringt Frank die exotischen Pfleglinge als Übergangslösung zu Sascha Diephaus ins BMT-Tierheim "Arche Noah" in Stuhr-Brinkum. Der Tierpfleger soll das Verhalten der anspruchsvollen Tiere beobachten, auch um herauszufinden, weshalb sie getrennt gehalten wurden. Beide Kakadus sind nicht beringt und haben keine Papiere, was zu Problemen bei der Vermittlung führen könnte. Denn die Kennzeichnung und Registrierung dieser Tiere ist nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen zwingend vorgeschrieben und die entsprechenden Papiere nachträglich zu beantragen ist so gut wie unmöglich. Hinzu kommt noch, dass die Gelb- und Orangehaubenkakadus extrem selten sind.

Vorsorge treffen

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© Kakadus allein zu Haus

Auf der Suche nach einem neuen Zuhause versucht Frank sein Glück bei einer Anlaufstelle für Papageien in Not ganz in der Nähe. Das Papageienschutz-Centrum Bremen e.V. wurde gegründet um aufzuklären und zu beraten und Papageien aus schlechter Haltung in ein möglichst artegerechtes Leben zurückzuführen. Zurzeit leben dort 58 Papageien, vor allem Graupapageien und Amazonen, die alles haben was sie brauchen: eine naturnahe Umgebung, Freiflug und vor allem Gesellschaft. Doch im Gespräch mit den Gründern und Leitern des Centrums, Elisabeth und Hans-Hermann Braune, wird schnell klar, dass die beiden Kakakus hier nicht unterkommen können. Beim Bau des Geheges mussten sich die Braunes entscheiden, welche Vögel sie aufnehmen und welche nicht. Und da Kakadus zu den anspruchsvollsten Vögeln gehören und für eine artgerechte Haltung noch mehr Platz zum Fliegen bräuchten, hat sich das Ehepaar gegen deren Unterbringung entschieden.

Der Leiter des Franziskustierheims hat allerdings noch ein Ass im Ärmel und findet schließlich einen tollen Platz für das Kakadu-Duo: Der Weltvogelpark Walsrode in der Lüneburger Heide ist bereit, die beiden aufzunehmen. Im größten Vogelpark der Welt leben etwa 4.500 Vogelarten auf einem 24 Hektar großen Gelände mit einer Freiflug- und Tropenwaldhalle sowie einer Pinguinanlage. Der Park will nicht nur die Menschen unterhalten und informieren, sondern auch die Natur schützen und unterstützt deshalb z.B. das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Hier trifft Frank sich mit dem Papageientrainer Mario Romano und dem Tierarzt Andreas Frei, der die Vögel zunächst auf Herz und Nieren untersucht: Da die Vögel keinen Ring haben, bleibt zu hoffen, dass die streng geschützten Tiere einen Mikrochip tragen, doch das Lesegerät bleibt stumm. Jetzt muss der Vogelpark erst eine nachträgliche Genehmigung bei der zuständigen Naturschutzbehörde beantragen. Nach der Untersuchung kommen die Kakadus zunächst für mindestens 3 Tage in Quarantäne, wo sie weiteren virologischen, bakteriologischen und auch parasitologischen Tests unterzogen werden. Erst wenn ein Vogel eindeutig gesund ist, darf er die Quarantänestation verlassen und ein neues Leben im Vogelparadies beginnen.

Papageien können 60 bis 80 Jahre alt werden, das bedeutet, dass sie ihre Besitzer in den meisten Fällen überleben. Schafft man sich ein Tier an, sollte unbedingt bedacht werden, was mit dem Tier passieren soll, wenn man sich nicht mehr darum kümmern kann oder verstirbt. Die Anschaffung eines Tieres bedeutet immer Verantwortung und Verpflichtung!

HIGHLIGHTS

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hundkatzemaus: Am 03.12.2016 um 18:00 Uhr

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