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Frank Weber hilft Tieren in Not

Frank Weber hilft Tieren in Not
© Wenn der eigene Hund zum Monster wird

Golden-Retriever-Mix ein Listenhund?

Als die 20-jährige Jennifer Schüßler mit ihrer 18 Monate alten Golden-Retriever-Mischlingshündin Maya zum täglichen Spaziergang aufbricht, ahnt sie noch nicht, dass dieser Tag das Leben der ganzen Familie verändern wird. Die verspielte Hündin reißt sich los, stürmt auf eine Spaziergängerin zu und springt diese freudig an. Leider wird dabei die Kleidung der Frau beschädigt. Empört über Mayas stürmische Begrüßung lässt sich die Frau die Adresse der Schüßlers geben und die beschädigte Kleidung ersetzen.

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Potenziell gefährlich?

Alles scheint geregelt zu sein, als kurz darauf ein Bescheid des Ordnungsamtes ins Haus flattert. Das Urteil ist hart: Maya wird von nun an als potenziell gefährlicher Listenhund eingestuft. Das bedeutet für die quirlige Hündin, dass sie ab sofort nur noch an der Leine geführt werden darf, nie wieder unbeschwert herumtollen oder im Fluss baden darf. Außerdem darf ab sofort außer Jennifer niemand mehr mit der Hündin spazieren gehen. Sollten sich die Schüßlers nicht an diese Auflagen halten, kann Maya ihnen mit sofortiger Wirkung weggenommen werden. Und all das nur, weil die junge Hundedame einen kurzen Moment ungehorsam war.

Frank Weber macht sich ein Bild

In ihrer Verzweiflung wendet Jennifer sich an den hundkatzemaus-Tierschutzexperten Frank Weber. Dieser macht sich auf den Weg nach Hessen, um der Familie einen Besuch abzustatten. Dort angekommen, wird er von einer freundlichen Hündin begrüßt, die fröhlich im Garten der Familie auf und ab springt und sich ohne Scheu von Frank streicheln lässt. Als Jennifer und Maya dem Tierschutzexperten dann noch ein paar Gehorsamsübungen zeigen, kann dieser es kaum glauben, dass er es hier mit einem "Listenhund" zu tun hat. Die Retrieverdame ist gehorsam, schließlich hat sie schon vor einigen Monaten die Begleithundeprüfung auf dem Hundeplatz abgelegt.

Es ist offensichtlich, dass Maya keine gefährliche Hündin ist. Frank Weber spricht deshalb beim Ordnungsamt von Bad Hersfeld vor. Leider ohne großen Erfolg: Wenn Jennifer eine Änderung des Sachverhalts bewirken will, muss Maya einen Wesenstest bestehen. Außerdem muss Jennifer beim Sachkundenachweis unter Beweis stellen, dass sie ihre Hündin zu jeder Zeit sicher führen und kontrollieren kann. Bestehen die beiden die Tests nicht, muss sie ihre geliebte Hündin abgeben.

Wesenstest und Sachkundenachweis

Frank Weber hilft Tieren in Not

Auch wenn sowohl Jennifer als auch Frank Vertrauen in die Hündin haben, bleibt ein mulmiges Gefühl. Um Jennifer und Maya auf den bevorstehenden, alles entscheidenden Test vorzubereiten, soll Hundetrainer Siegfried Olbrich noch ein paar Tipps geben. Dieser sieht dem Test mit Zuversicht entgegen, denn Frauchen und Hündin sind ein gutes Team. Nur an der Konzentration muss noch gearbeitet werden.

Am nächsten Tag ist es dann so weit. Beim Wesenstest wird sich herausstellen, ob Maya bei ihrem Frauchen bleiben darf. Reinhard Spies vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VdH) wird die Prüfung abnehmen und nimmt als erstes die allgemeinen Daten der Hündin auf. Danach wird Maya mit allen möglichen und unmöglichen Situationen konfrontiert. Obwohl die Hündin dabei ganz gezielt provoziert wird, sollte sie möglichst ruhig und freundlich bleiben.

Doch egal, ob Reinhard Spies sie mit den Beinen wegschubst oder sich direkt neben sie auf den Boden fallen lässt - die Hündin bleibt ruhig und interessiert sich bestenfalls für die lustigen Bewegungen des Prüfers. Ohne Murren und Knurren lässt sie sich mit der Hand um die Schnauze greifen und erschrickt auch nicht, als Spies mit lautem Rasseln eine gefüllte Dose neben sie wirft. Als der Prüfer ihr direkt in die Augen starrt, weicht sie sogar beschwichtigend mit dem Blick aus und auch der Kontakt zu unbekannten Hunden scheint sie kaum zu beeindrucken.

Auch das Nachstellen der Situation, die Maya ihre Einstufung als Listenhund gebracht hat, meistert die Hündin mit Bravour. Als eine Spaziergängerin direkt auf Maya zukommt, bleibt sie cool und springt diese auch nicht an. Auch mitten in der belebten Fußgängerzone zeigt sich die Hündin von ihrer besten Seite. Der Test ist bestanden! Jennifer ist überglücklich, denn damit besitzt sie die offizielle Bescheinigung, dass von Maja keine besondere Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht und sie als Hundehalterin über die erforderliche Sachkunde verfügt.

Kontakt: Franziskustierheim

Lokstedter Grenzstraße 7

22527 Hamburg

E-Mail|: info@franziskustierheim.de

Homepage: www.franziskustierheim.de

Kontakt Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH): www.vdh.de

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