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Grill den Henssler: Matthias Steiner

"Es lief alles gut, nur die Zeit zu schnell"
"Es lief alles gut, nur die Zeit zu schnell" Wird Matthias Steiner am Ende die Zeit fehlen? 00:00:56
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Der ehemaligen Gewichtheber Matthias Steiner will den Henssler grillen

Matthias Steiner wird 1982 in Wien geboren, wächst aber in Niederösterreich auf. Schon als Jugendlicher beginnt er mit dem Gewichtheben. Als an seinem 18. Geburtstag bei ihm Diabetes (Typ 1) diagnostiziert, muss er zwar jeden Tag Insulin spritzen, bleibt aber dem Leistungssport trotzdem treu. Damals gehört er schon zu den besten Nachwuchshebern Österreichs und startet nur ein Jahr später erstmals bei Europameisterschaften im Erwachsenenbereich. Dort belegt er Platz 16.

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Ein Jahr später erreicht er bei der Europameisterschaft Rang 11 und schafft es erstmals die 200 Kilogramm zu knacken. Bei Europa- und Weltmeisterschaften im Juniorenbereich holt er im selben Jahr jeweils drei Bronzemedaillen. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen ist er jüngster Teilnehmer in seiner Gewichtsklasse und belegt den 7. Platz. Danach beginnen seine Leistungen zu stagnieren, da er zunehmend Probleme mit der Gewichtsreduktion bekommt und er beschließt in die nächste Gewichtsklasse, das Superschwergewicht, zu wechseln. Steiner kann nun circa 40 Kilogramm zunehmen um konkurrenzfähig zu werden. Bei seinem ersten Wettkampf in dieser Kategorie scheidet er aber aus dem Wettbewerb aus. Unstimmigkeiten mit dem österreichischen Gewichtheberverband sind die Folge. 2005 zieht Matthias zunächst nach Chemnitz, heiratet im selben Jahr und beantragt die deutsche Staatsbürgerschaft. Allerdings zieht sich die Einbürgerung hin, sodass der Sportler, der inzwischen beim Chemnitzer AC trainiert, nicht bei internationalen Wettkämpfen antreten darf. 2006 zieht er mit seiner Frau nach Heidelberg in die Nähe des Bundesstützpunktes. 2007 verunglückt Steiners Ehefrau Susann bei einem Verkehrsunfall tödlich. Seinem Antrag auf Einbürgerung wird erst Anfang 2008 stattgegeben.

Im April desselben Jahres startet er dann zum ersten Mal für Deutschland und wird in der Teildisziplin Reißen Europameister. Am 19. August 2008 feiert Matthias Steiner den größten Triumph seiner sportlichen Karriere bei den Olympischen Spielen in Peking. Mit persönlichen Bestleistungen im Reißen und Stoßen lässt er die Konkurrenz hinter sich und holt olympisches Gold. Es ist die erste Goldmedaille im Gewichtheben für Deutschland nach 16 Jahren – und die erste in dieser Kategorie überhaupt für einen Deutschen. Seinen Sieg widmet er seiner verstorbenen Ehefrau, deren Foto er bei der Siegerehrung in der Hand hält.

Das Außergewöhnlichste, was er gegessen hat, waren Stierhoden

2010 wird Matthias Steiner Weltmeister und heiratet die Fernsehmoderatorin und Nachrichtensprecherin Inge Posmyk. Die beiden sind inzwischen Eltern von zwei Söhnen und leben in Heidelberg.

Steiner trainiert inzwischen am Bundesleistungszentrum in Leimen, startet aber weiterhin für den Chemnitzer AC und ist Kapitän der deutschen Bundesliga. 2012 qualifiziert er sich erneut für die Olympischen Spiele in London. Dort stürzt er beim Versuch, 196 Kilogramm zu reißen und wird von der Hantelstange im Genick getroffen. Wegen starken Prellungen und Quetschungen muss er den Wettkampf abbrechen. Am 22. März 2013 erklärt der Gewichtheber seinen Rückzug aus dem Profisport.

Matthias Steiner setzt sich als Betroffener für die Aufklärung über die Stoffwechselerkrankung Diabetes ein und macht mit seinem Beispiel Betroffenen Mut, dass man auch mit einer chronischen Krankheit außergewöhnliche Leistungen bringen kann. Außerdem engagiert es sich für die Kampagne der Deutschen Stiftung Organspende. Für seinen Einsatz hat der ehemalige Gewichtheber am 2. Februar 2014 den Courage-Orden der Stadt Bürstadt erhalten.

Matthias Steiner durfte schon als kleiner Junge einmal die Woche mit seiner Mutter kochen oder backen. Außerdem hat er ein Jahr lang zusammen mit 23 Mädels eine Hauswirtschaftsschule besucht. Dort hatte er unter anderem Ernährungslehre und musste kochen, nähen und kellnern. Wenn er könnte, würde er sehr gern einmal für Michael Schumacher kochen, weil er schon oft gehört hat, dass der Rennfahrer so nett sein soll. Für ihn würde er dann am liebsten typisch österreichische Speisen zubereiten. Das Außergewöhnlichste, was der ehemalige Gewichtheber einmal gegessen hat, waren Stierhoden.

Name: Matthias Steiner

Alter: 32 Jahre (*25.08.1982 in Wien)

Job: ehemaliger Gewichtheber

Wohnort: Heidelberg

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