Handaufzucht der Geier

Handaufzucht der Geier

Training für den Truthahngeier

Der Biologie-Lehrer Ralf Sistermann musste in der letzten Zeit einen herben Rückschlag hinnehmen: zwei Truthahn-Geier sollten bei ihm ein neues Zuhause finden. Doch nur einer hat überlebt. Und auch Pedro hat Probleme. Der kleine Geier hat einen lahmen Fang und muss zum Tierarzt. Dank Physiotherapie und guter Pflege hat sich Pedro prächtig entwickelt – so gut, dass Ralf ihn zum Leichenspürgeier ausbilden will. Und das bedeutet Training zuhause, mit leicht angegammeltem Fleisch. Sehr zum Leidwesen von Ralfs Freundin Bianca. Sie putzt ihrem Freund und dem Geier sowieso schon immer hinterher und nun muss sie auch noch verstecktes Gammelfleisch im Wohnzimmer ertragen.

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Hinweis zum Truthahngeier:

Handaufzucht der Geier

Der Truthahngeier erreicht eine Körpergröße von 60 bis 75 cm und wird etwa 850 bis 2.000 g schwer; er lebt in Süd-, Mittel- und Nordamerika und kommt von Feuerland bis etwas nördlich der Südgrenze Kanadas vor. Truthahngeier suchen einzeln oder in kleinen Gruppen gleitend oder schaukelnd kreisend nach Kadavern – sie fressen also in erster Linie Aas. Der gute Geruchssinn der Tiere macht sie als Spürvögel für polizeiliche Zwecke interessant. Im Juli 2010 begann das Landeskriminalamt Niedersachsen mit der testweisen Abrichtung gezüchteter Truthahngeier zur Suche nach Leichen, auch der Geier von Ralf Sistermann wurde in das Programm aufgenommen. Die Haltung von Geiern in Privathand muss von der zuständigen Behörde genehmigt werden und ist nur in extrem großen Gehegen möglich.