Hengstzähne beim Pony

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht Shetlandpony-Hengst "Tango"

Schmerzen im Gebiss

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf macht einen Hausbesuch beim mobilen Streichelzoo von Jürgen Rhein: Der achtjährige Shetlandpony-Hengst "Tango" hat große Probleme mit seinem Gebiss. Die Trense, das Gebissstück des Zaumzeugs, bleibt ständig an den Hengstzähnen hängen. Dies verursacht dem Hengst Schmerzen, so dass er mittlerweile Reißaus nimmt, sobald er die Trense nur sieht!

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Die Hengstzähne sind fester Bestandteil des Pferdegebisses, wobei sie bei Stuten selten auftreten. Bei Hengsten werden sie normalerweise bis zum vierten Lebensjahr mit einer Zange entfernt. Ab dem vierten Lebensjahr verknöchert der Zahnhalteapparat und es wird zunehmend schwieriger, diese Zähne zu ziehen. Bei einigen Hengsten bricht der Hengstzahn sogar gar nicht durch, sondern bleibt unter dem Zahnfleisch.

Eingriff mit Meißel und Feile

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf mit Jürgen Rhein und Shetlandpony-Hengst "Tango"

Die quälenden Zähne von Pony "Tango" müssen auf jeden Fall entfernt werden. Da der Hengst schon acht Jahre alt ist, können die sie nicht einfach gezogen werden. Beim Feilen entsteht durch die Reibung allerdings sehr große Hitze und das Pferd muss dafür tief sediert werden. Um dem Tier dies zu ersparen, will Dr. Wolf den Zahn mit einem Meißel herausschlagen und die zurückbleibenden Ecken anschließend abschleifen. Diese Methode sieht zwar brutal aus, ist für das Tier jedoch die harmloseste Variante und dauert nur ein paar Sekunden an.

Nichtsdestotrotz muss der Patient betäubt werden. Hierzu spritzt der Tierarzt das Narkosemittel direkt in die Halsvene. Sobald der kleine Hengst stillhält, werden beide Hengstzähne nacheinander durch einen gezielten Schlag entfernt. Das anschließende Abschleifen der Ecken lässt das Pony jedoch nicht einfach so über sich ergehen. Weil Dr. Wolf es nicht noch einmal sedieren will, verwendet er die so genannte Nasenbremse: Dieses Hilfsmittel drückt auf den Akkupressurpunkt zwischen Pferdenase und Oberlippe. So ist das Tier entspannter, es wird abgelenkt und hat keine Schmerzen. Anstrengend ist der kurze Eingriff lediglich für den Tierarzt und seine Helfer!

Der mobile Streichelzoo von Jürgen Rhein
Im VOX-Tierlexikon