"Hilf mir doch!" soll Menschen Mut machen

"Hilf mir doch!" soll Menschen Mut machen

Interview mit Dr. Lüdke

Was reizt Sie an Ihrer Aufgabe als kommentierender Experte bei "Hilf mir doch!"?

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Ich finde es reizvoll, Lebensthemen unterhaltsam und fachlich fundiert so vorstellen zu können, dass Ursachen und Hintergründe verschiedenster Probleme erkennbar und Wege zur Hilfe aufgezeigt werden. "Hilf mir doch!" kann dadurch vielen Menschen Mut machen, selbst ihr Leben in die Hand zu nehmen und bei Bedarf auch fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen - ohne, dass das peinlich sein muss oder dass man sich dafür schämt.

Welche Lebenskrisen / Probleme begegnen Ihnen in Ihrer Arbeit als Psychotherapeut am häufigsten?

In meiner psychotherapeutischen Arbeit begegnen mir am häufigsten Beziehungsstörungen, Burnout / Depression, Angststörungen, Schmerzstörungen, Alkoholprobleme, Schizophrenie, Zwangsstörungen, Essstörungen sowie Traumatische Belastungsstörungen nach Unfällen und Gewalttaten.

Welche Erfahrungen konnten Sie als psychologischer Ausbilder der Polizei sammeln?

Die Ausbildung von Polizeibeamten und Spezialeinheiten der Polizei war eine der für mich wichtigsten beruflichen und menschlichen Erfahrungen: Teamarbeit, Belastbarkeit, Verantwortung sowie präzises und hochprofessionelles Handeln, mit dem Ziel, bedrohtes Menschenleben zu retten.

Wie kann man Freunden oder Verwandten helfen, die Probleme haben?

Es ist wichtig, unmittelbar als stabile Person für Freunde und Angehörige da zu sein, sie zu trösten und stellvertretend Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln, ihnen ganz viel Wertschätzung entgegen zu bringen und ihnen Vertrauen in ihre eigene Kraft zu geben.

Was gibt Ihnen persönlich in schwierigen Zeiten Kraft?

Meine Krafttankstelle im Leben ist meine Familie: Ich bin seit 15 Jahren sehr glücklich verheiratet, habe zwei ganz wunderbare Töchter, einen Hund, ein Pferd und liebe Freunde. Außerdem finde ich Ausgleich durch viel Sport, vor allem Fitness, Boxen und Marathon – und ich verbringe gerne Zeit in meinem wunderschönen Garten.

Was sagen Sie zum häufigen Vorurteil: "Psychotherapeuten sind selbst verrückt."?

Für die Spezialeinheiten der Polizei war ich der Psychobummel und Wanderprediger, für viele Patienten bin ich ein bezahlter Freund. Fragen Sie meine Frau, sagt sie, ich sei Berufskraftfahrer mit leicht beratender Wirkung und wahrscheinlich bin ich auch ein wenig verrückt, weil ich mich jeden Tag in die Lebenswelten meiner Patienten versenke - Menschen, die Gewalt, Tod, Trauer, Verluste, Schmerzen und unvorstellbares Leid erlebt haben, Menschen die mich sehr nah an ihrem Schicksal teilhaben lassen, die mir aber vor allem vertrauen, ihnen helfen zu dürfen, indem ich ihnen den Glauben an die eigene Kraft zurückgebe. Als Hypnosetherapeut beherrsche ich noch die alte psychotherapeutische Hebammenkunst, das heißt ich fördere nur das zutage, was ein Mensch mit sich bringt: eigene Stärken, Erfolge und Ressourcen. Wer pauschal sagt, Psychotherapeuten haben selbst einen an der Bimmel, hat genauso Unrecht, wie jemand, der über ein ganzes Buch urteilt und nur die erste Seite gelesen hat.