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Hütehunde von Down Under

Australische Hunderassen

Heutzutage gibt es zahlreiche Hütehunderassen, mit denen jedoch in unseren Breiten immer weniger gearbeitet wird. Schließlich gibt es nur noch relativ wenige Rinder- oder Schafherden, die den Einsatz der arbeitswilligen Vierbeiner erfordern. Auf der anderen Seite der Erdkugel sieht das ganz anders aus. In Australien leben allein auf einer einzigen Farm mehrere tausend Schafe, die nur mit Hilfe von besonders ausdauernden und zuverlässigen Hunden über die Weiden geführt werden können. Wie das Land, sind australische Hunderassen sehr robust und außerdem äußerst liebenswert. hundkatzemaus-Reporterin Diana Eichhorn besucht Zuzana Behne, die sich ein Stück Down Under ins Bergische Land geholt hat. Hier züchtet die "Aussie-Freundin" Australian Terrier und Cattle Dogs und kennt sich auch mit anderen australischen Hunderassen bestens aus.

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hundkatzemaus-Reporterin Diana Eichhorn und Zuzana Behne
hundkatzemaus-Reporterin Diana Eichhorn besucht Zuzana Behne.

Körperliche und geistige Beschäftigung

Diana Eichhorn
Diana Eichhorn beim Agility.

Für die aktiven und ausdauernden Australier ist es besonders wichtig, eine körperliche und geistige Beschäftigung zu haben. Als reiner Haushund wären diese Rassen vollkommen unterfordert und könnten zu einem so genannten Problemhund werden. Bei Familie Behne beschäftigen sich Kinder und Hunde gegenseitig, am liebsten beim Agility. Doch auch Flyball oder Turnierhundesport eignet sich hervorragend für die australischen Treib- und Hütehunde. Zuzana Behnes Nachbar hat für seine Hündin "Susi" die wohl ursprünglichste Beschäftigungsmethode gewählt: Mit ihrer Hilfe holt Landwirt Christoph Eschmann jeden Abend seine Milchkühe von der Weide - in Deutschland ist das eine absolute Seltenheit! Als Australian Cattle Dog macht "Susi" ihrem Namen alle Ehre: routiniert und ruhig treibt sie 80 Kühe erst zusammen und dann Richtung Gatter, denn wie ihr Name schon erahnen lässt, sind Cattle Dogs Rinderhüter. Damit diese Rasse dem extremen Klima im Outback gewachsen ist, wurden u.a. Australische Windhunde (Dingos) eingekreuzt. Natürlich sollte man es mit der Beschäftigung nicht übertreiben, denn Pausen sind wichtig für die Hunde, die im Gegensatz zu den Australian Kelpies keine "Workaholics" sind. Außerdem ist diese Rasse nicht für Anfänger geeignet.

Australische Hunderassen

Diana Eichhorn mit australischen Hundewelpen
Die australischen Siedler brauchten starke, robuste und klimaunempfindliche Hunde.

Die Vorfahren des Australian Kelpie wurden wie die aller australischen Hunderassen im 19. Jahrhundert von den Siedlern Englands mitgebracht. Vermutlich eine Mischung aus Border Collie, Deutschem Schäferhund und Dingo, wurde der Kelpie speziell zum Schafehüten im Outback gezüchtet. Sein Name entstammt der keltischen Mythologie und bedeutet Wassergeist. Angeblich soll einer der ersten Kelpies diesen Namen getragen haben und alle Nachfahren wurden einfach ebenso genannt. Eine absolute Besonderheit der Kelpies ist das "Backing", bei dem die Hunde über die Rücken der Schafe laufen und so die Herde durch enge Gatter führen können. Kelpies sind durch und durch Arbeitshunde und das ist auch der Grund, warum sie sich für Familien weniger eignen.

Auch Zuzana Behnes Australian Terrier können bei den Behnes ihrer ursprünglichen Bestimmung nachgehen: Die Kleinen hüten ihrer Größe entsprechend Pferde im Miniformat, American Miniature Horses. Anders als andere Terrier, sind die Australier nämlich keine reinen Jagdhunde, sondern die einzigen Terrier mit ausgezeichneten Hüte- und Spüranlagen. Die australischen Siedler brauchten starke, robuste und klimaunempfindliche Hunde, die sowohl ihre Schafe und Rinder, als auch Haus und Hof hüten konnten. Ursprünglich wurde die Rasse zur Ratten- und Schlangenjagd gezüchtet. Bei der Schlangenjagd auf Farmen und auch in Gold- und Opal Minen, retteten die kleinen Terrier vielen Menschen das Leben. Zum Dank nannten sie ihn liebevoll "Aussie", so bezeichnen sich die Australier selber. Obwohl heute viele Hunderassen diesen Spitznamen für sich beanspruchen, war er ursprünglich für die mutigen australischen Terrier angedacht. Weil diese Rasse sehr anhänglich ist und ständig Kontakt sucht, sollte man sie mindestens immer zu zweit halten.

Den Australischen Hüte- und Treibhunden ist ihr Trieb zwar angeboren, doch er muss früh lenkbar gemacht werden. Zuerst lernt ein Hund Stopp-Kommandos, dann wird über Körpersprache und Befehle die gewünschte Richtung vermittelt. Später genügen die gerufenen Kommandos oder auch Pfiffe, um dem Hund Anweisungen zu erteilen.

Der Australian Shepherd ist übrigens, entgegen seinem Namen, ein waschechter Amerikaner! Die Rasse entstand im 19. Jahrhundert in Kalifornien, doch zu ihren Vorfahren gehören Hütehunde aus Europa und Australien. Er hat seinen Namen nicht von seinem Herkunftsland erhalten, sondern weil die Tiere zum Hüten von Merinoschafen verwendet wurden, die von Europa nach Australien und später nach Amerika gelangten und dort als "Australian sheep" bezeichnet wurden.

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