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Hundeprofi Martin Rütter schießt scharf

Mit Wasser gegen die Pöbel-Attacken

Australien Shepard-Rüde Balu reagierte immer ziemlich biestig auf die Lamas, die Frauchen Claudia im Gehege hält. Claudia wollte ihren Hund gerne öfter mit zu den Lamas nehmen, aber das war unmöglich – Balu musste zu Hause oder im Auto warten, während Claudia die Lamas versorgte. Jeder Versuch, Balu mit ins Gehege zu nehmen, scheiterte. Denn der Rüde jagte die Lamas oder machte Terror am Zaun, wenn er außerhalb des Geheges bleiben musste. Hundeprofi Martin Rütter fand heraus, dass Balu nie Frustrationstoleranz gelernt hatte. Sobald der Rüde Claudias Aufmerksamkeit wollte, gab sie nach und spielte mit ihm. Daher betrachtete es Balu als „persönlichen Affront“, wenn Claudia ihre Aufmerksamkeit den Lamas zuwandte.

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Das Training, Schritt 1

Claudia muss Balu Geduld beibringen. Wenn der Rüde sie zu Apportierspielen drängt, dann muss Claudia sein Drängen so lange ignorieren, bis Balu endlich Ruhe gibt – erst dann wird gespielt. So lernt Balu, dass ihm Pöbeln nichts mehr bringt und dass sich ruhiges Verhalten für ihn auszahlt. Verbunden ist dieses Frustrationstoleranz-Training mit Kommandos wie "Bleib" oder "Bring".“ Nach einigen Wochen Training hat Balu die Kommandos verinnerlicht und kann ganz entspannt abwarten, bis Claudia ihm die „Erlaubnis“ gibt, sein Spielzeug zu apportieren.

Bindung zwischen Mensch und Hund ist wichtig

Das Training, Schritt 2

Nachdem Balu gelernt hatte, nicht mehr zu drängeln, sollte er die Erfahrung machen, dass "Lamas scheuchen" unangenehm ist. Das geschah mit Hilfe einer Dusche aus einer Wasserflasche, die Balu jedes Mal bekam, wenn er am Zaun des Geheges pöbelte. Hier kam es vor allem auf das richtige Timing an: Balu musste exakt in dem Moment gemaßregelt werden, wenn er erste Ansätze von Pöbelei zeigte. Blieb Balu jedoch am Zaun des Geheges ruhig, so wurde er dafür mit einem Leckerchen belohnt.

Am Schluss des Trainings konnte Claudia den Rüden mit in das Lama-Gehege nehmen und dort sogar ableinen – Balu blieb ruhig. Denn durch das gemeinsame Training wurde die Bindung zwischen Mensch und Hund gestärkt. Balu konzentrierte sich nur noch auf sein Frauchen, die Lamas waren nicht länger interessant.