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Igelschutz im Winter

hundkatzemaus-Tierschutzexperte mit Igelexpertin Diana Erdmann. Foto: VOX/VP

Igelschutz im Tierheim

Im Hamburger Franziskus-Tierheim wird ein Igel abgegeben. Die Finderin hat sich vorbildlich verhalten und direkt Kotproben der letzten Tage eingepackt, da sich anhand des Kots Parasiten oder sonstige Krankheiten feststellen lassen. Die Dame hat das Tier beim Spaziergang mit ihrem Hund gefunden. Sie weiß, dass man einen Igel nicht so einfach mitnehmen darf, doch die Aussicht auf Nachtfrost und die Tatsache, dass es sich um einen jungen Igel handelt, hat die Tierfreundin in ihrer Entscheidung bestärkt.

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Der kleine Igel ist kein Einzelfall: Frank Weber und seine Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz, um Tieren in Not zu helfen. Immer wieder werden auch Wildtiere als Fundtiere abgegeben. Besonders in der kälteren Jahreszeit kommt es vermehrt zu Abgaben von Igeln. Da das Team um den hundkatzemaus-Tierschutzexperten die Vielzahl der Fundtiere nicht alleine bewältigen kann, wird eng mit dem Komitee für Igelschutz und der Wildtierhilfe zusammengearbeitet.

Auch Igelexpertin Diana Erdmann unterstützt das Franziskus-Tierheim tatkräftig. Die Leiterin der Wildtierstation in Soltau ist seit 15 Jahren aktive Tierschützerin und kümmert sich in ihrer Station vor allem um heimische Wildtiere. Die Fundigel werden hier optimal versorgt. Sie verfügt über einen eigenen Quarantäneraum, in dem die Neuankömmlinge gründlich untersucht und vorübergehend untergebracht werden. Hier wird sich speziell um junge, unterentwickelte oder verletzte Tiere gekümmert.

Fundigel im Winter - das müssen Sie wissen...

Zusammengerollter Igel. Foto: VOX/VP

Generell sinkt die Überlebenschance junger Tiere unter 400 bis 500 g bei einem Kälteeinbruch rapide, während sie im frühen Herbst noch gute Chancen haben.

Ein weiteres wichtiges Kriterium, den Winterschlaf gut zu überstehen, ist das Einrollen. Ist ein Tier nicht in der Lage sich zu einer fest geschlossenen Kugel zusammenzurollen, ist das ein Zeichen dafür, dass das Tier körperlich geschwächt oder beeinträchtigt ist.

Das Mitnehmen der Tiere geschieht oft vorschnell. Findet man z. B. einen Igel an einer befahrenen Straße, reicht es oft aus, ihn aus der Gefahrenzone zu bringen. Dies gilt natürlich nicht für kranke oder verletzte Tiere.

Grundsätzlich gilt aber: Igel sind geschützte Wildtiere, die nicht ohne Grund eingefangen oder umgesiedelt werden dürfen. Man sollte sich immer vergewissern, ob das Tier wirklich Hilfe braucht und sich u. a. im Tierheim informieren, bevor man übereilt eingreift!

Wer die Tierchen unterstützen möchte, kann im heimischen Garten kleine Rückzugsgebiete schaffen oder beispielsweise Laubhaufen und Fallobst liegen lassen, so dass die Igel Nahrung und Unterschlupf finden.

Franziskustierheim
Lokstedter Grenzstraße 7
22527 Hamburg
Kontakt: Wildtierhilfe Lüneburger Heide e.V. in Soltau
Kontakt: Igelkomitee Hamburg
Kontakt: Tierschutzbund
Im VOX-Tierlexikon:
Buchtipp: Der igelfreundliche Garten
So machen Sie Ihren Garten zum Paradies (nicht nur) für Igel
Günzel, Wolf R.
pala Verlag, 2008
ISBN 978-3-89566-250-8, EUR 9,90
128 Seiten, zahlr. schw.-w. Ill.

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