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Inkontinenz

Inkontinenz

Unangenehme Nebenwirkung einer Kastration

Eine Harninkontinenz (Incontinentia urinae) bei Hunden tritt häufig einige Jahre nach der Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken (Kastration) oder im fortgeschrittenen Alter auf. Die Ursachen sind meist ein Hormonmangel infolge der entfernten Eierstöcke oder eine Bindegewebsschwäche. Bei jungen Hunden ist eine Inkontinenz eher ungewöhnlich.

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hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht heute die vierjährige Boxerhündin "Emma", die vor zwei Jahren kastriert wurde und seit einem Jahr inkontinent ist. Obwohl die Hündin bereits mehrfach behandelt wurde, wird die Blasenfunktionsstörung immer schlimmer und die Hündin kann die Harnabgabe nicht kontrollieren. Heute soll "Emma" operiert werden. Anhand einer Ultraschalluntersuchung hat Dr. Wolf im Vorfeld festgestellt, dass bei der Boxerhündin eine Verklebung oder Vernarbung des Gebärmutterstumpfes mit dem Blasenhals aufgetreten ist.

Ein weiterer Grund für die Inkontinenz ist auch, dass es durch den Östrogenmangel zu einer Gewebeaufweichung kommt und der Blasenhals nicht mehr vollständig schließt. Durch den operativen Eingriff soll die Verklebung des Gebärmutterstumpfes mit dem Blasenhals gelöst werden und der Blasenhals mithilfe eines Medikamentes abgedichtet werden. Hierzu wird ein zu 97% aus Wasser bestehendes Polyacryl-Gel eingesetzt, das auch in der humanen Schönheitschirurgie zur Faltenreduktion verwendet wird.

Ursache: Blasenhals

Inkontinenz

Die Hündin wird in Vollnarkose gelegt und Dr. Wolf öffnet die Bauchdecke an der alten Operationsnarbe. Vorsichtig versucht er die Verklebung des Gebärmutterstumpfes mit der Harnblase zu lösen, doch die Verwachsungen selbst können nicht gelöst werden: die Gefahr, hierbei Blutgefäße zu zerstören, ist zu groß. So wird nur das Gel in den Blasenhals injiziert. Zum Schluss vernäht Dr. Wolf die Operationswunde. Nach einer Woche können die Fäden gezogen werden.

Harninkontinenz ist eine relativ häufig auftretende Nachwirkung einer Kastration (Ovariohysterektomie). Um seinem Tier diese Probleme zu ersparen, kann man sich bei seinem Tierarzt über Alternativen zur Kastration informieren. So gibt es mittlerweile eine Hormontherapie für Hündinnen, mit der die Läufigkeit unterdrückt werden kann.

Buchtipp: Dr. Wolf Tiersprechstunde für Hunde
Kosmos, 2003
ISBN 978-3-440-09587-4, EUR 12,95
124 Seiten

HIGHLIGHTS

"hundkatzemaus" und "Harte Hunde"
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