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Inkontinenz nach der Kastration

Inkontinenz nach der Kastration

Nachkontrolle Blasenhals-OP

Eine Harninkontinenz (Incontinentia urinae) bei Hunden tritt häufig einige Jahre nach der Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken (Kastration) oder im fortgeschrittenen Alter auf. Die Ursachen sind meist ein Hormonmangel infolge der entfernten Eierstöcke oder eine Bindegewebsschwäche. Bei jungen Hunden ist eine Inkontinenz eher ungewöhnlich.

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hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht heute die vierjährige Boxerhündin "Emma", die er vor 19 Tagen wegen Inkontinenz operiert hat:

Anhand einer Ultraschalluntersuchung hatte Dr. Wolf im Vorfeld festgestellt, dass eine Verklebung oder Vernarbung des Gebärmutterstumpfes mit dem Blasenhals aufgetreten ist und der Blasenhals nicht mehr richtig schließen konnte. Dieses Problem sollte behoben werden, indem zu 97% aus Wasser bestehendes Polymer-Gel als Abdichtung in den Blasenhals injiziert wurde.

Nach der OP erfolgt heute die für den Heilungsprozess wichtige Nachkontrolle. Vor der OP konnte Emma die Harnabgabe nicht kontrollieren - das hat sich mittlerweile geändert. Frauchen und Herrchen müssen zwar relativ häufig mit ihrer Hündin raus, dafür macht sie aber nicht mehr innerhalb der Wohnung. Dr. Wolf begutachtet die Operationsnarbe, tastet das Narbengewebe ab und ist sehr zufrieden mit dem Heilungsprozess.

Wie lange der Erfolg dieser Blasenhals-OP anhält, ist nicht hundertprozentig vorauszusagen und hängt davon ab, ob die Dichtung des Blasenhalses vorhält. Da es sich bei dem Dichtungsstoff um ein Gel handelt, das auch in der Humanmedizin zur Faltenreduktion verwendet wird und häufig aufgefrischt wird, könnte es sein, dass der Eingriff eventuell in ein paar Jahren wiederholt werden muss. Vorerst können Emma und ihre Menschen sich allerdings entspannen und ihr neues, "normales" Leben genießen!

Hinweis zur Harninkontinenz::

Inkontinenz nach der Kastration

Harninkontinenz ist eine relativ häufig auftretende Nachwirkung einer Kastration (Ovariohysterektomie). Um seinem Tier diese Probleme zu ersparen, kann man sich bei seinem Tierarzt über Alternativen zur Kastration informieren. So gibt es mittlerweile eine Hormontherapie für Hündinnen, mit der die Läufigkeit unterdrückt werden kann.

Buchtipp:
Dr. Wolf
Tiersprechstunde für Hunde

Kosmos, 2003
ISBN 978-3-440-09587-4, EUR 12,95
124 Seiten
Im VOX Hundelexikon

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