Kommissar Wallander betritt die Opernbühne

Uraufführung Oper "W - The truth beyond"
Schauspieler Matias Bocchio bei einer Probe zum Opernstück "W - The truth beyond" in der Rolle des Kriminalkommissars Kurt Wallander. Foto: Christoph Schmidt © DPA

Kurt Wallander, der berühmte Kommissar in den Romanen des schwedischen Autors Henning Mankell, betritt die Opernbühne. In der Oper "W - The Truth Beyond" begibt er sich auf die Suche nach der Wahrheit. Das Stück wird am Freitag in Tübingen uraufgeführt.

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Versprochen wird "eine Geschichte von Erinnerung, Vergessen, Liebe und Identität". Der Kriminalfall, der Wallander an der Schwelle zum Ruhestand noch einmal aufwühlt, dreht sich um einen entlassenen Häftling, den der Kommissar einst festgenommen hatte. War wirklich alles so, wie es sich damals darstellte?

120 Akteure arbeiten an der Produktion, darunter sechs Gesangssolisten, der Tübinger Universitätschor und die Reutlinger Philharmonie. Am Dirigentenpult steht der Tübinger Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung, der Ideengeber des Projekts. Als er vor Jahren eine Messe des zeitgenössischen schwedischen Komponisten Fredrik Sixten aufführte, fühlte er sich an den depressiven Wallander erinnert. Von da an war es sein Ziel, die Figur mit der Musik von Sixten in Verbindung zu bringen.

Im Januar 2013 traf Amelung den Bestsellerautor Henning Mankell. Ein Video zeugt von der Begegnung. Die Absicht, die Oper dort beginnen zu lassen, wo das letzte Wallander-Buch endet, habe Mankell gefallen. "Mit ihm im Boot war ich mir sicher: Das wird klappen und großartig werden", sagt Amelung. Er ist glücklich über das Treffen noch vor der schweren Krebserkrankung Mankells, der der Autor im Oktober 2015 im Alter von 67 Jahren erlag.

Amelung beauftragte den Komponisten Sixten und fand in Klas Abrahamsson einen Librettisten, der die Texte zur Oper schrieb. Beide wollen zur Premiere kommen. Inszeniert wurde das Werk von Regisseurin Julia Riegel. Nach drei Aufführungen in Tübingen will das Team die Oper im August im schwedischen Ystad zeigen, der "Heimatstadt" von Wallander.


dpa