Krake (Octopodoidea)

Krake (Octopodoidea)

Kraken gehören zur Klasse der Cephalopoden (Kopffüßer). Sie zählen zu den am weitesten entwickelten wirbellosen Tieren im Meer und sind in den Ozeanen rund um den Globus verbreitet.

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Octopusse haben acht Fangarme, auf denen in ein oder zwei Reihen Saugnäpfe sitzen. Durch Anspannen der Muskeln in den Saugnäpfen erzeugen sie einen Unterdruck, mit dem sie Beute festhalten oder sich an Felsen hochziehen können.

Die Fortbewegung ist kriechend oder stelzend und erfolgt mit Hilfe der Fangarme. Bei Gefahr flüchten die Kraken durch das Rückstoßprinzip. Durch das mehrfache Wasserausstoßen durch ihren Trichter und Zusammenlegen der Arme bewegen sie sich mit dem Hinterende schnell voran. Zur Ablenkung von Feinden gibt ihnen der Ausstoß einer Tintenwolke aus ihrem Tintenbeutel die Möglichkeit zur Flucht.

Besonders faszinierend ist der Farbwechsel der Kraken. Durch Millionen von Chromatophoren (Farbzellen unter der Haut) sind sie in der Lage, blitzschnell Farbe und Struktur der Umgebung anzunehmen. Die Änderung der Körperfarbe dient nicht nur der Tarnung, sondern auch, um Stimmungen wie Angst oder Paarungsbereitschaft auszudrücken. Die Farbzellen werden durch das Zentralnervensystem gesteuert, das bei Kraken hoch entwickelt ist.

Die vorwiegend einzeln lebenden Kraken treffen nur zur Paarung aufeinander. Diese erfolgt in Küstennähe von März bis Oktober. Um die Gunst eines Weibchens zu erlangen, fechten die Kraken-Männchen häufig Rivalitätskämpfe aus. Bei der Fortpflanzung bilden die Männchen ein Samenpaket, das mit dem Befruchtungsarm in die Begattungstasche des Weibchens übertragen wird. Der gesamte Vorgang dauert länger als eine Stunde.

Der Laich wird an feste Gegenstände wie Felsen oder Korallen angeheftet. Die abgelegten Eier (je nach Krakenart bis zu 15.000) werden vom weiblichen Kraken ca. drei bis neun Wochen versorgt und bewacht. Nach der Brutpflege sterben die Muttertiere meist.

Krake (Octopodoidea)

Ihr weicher Körper macht die Kraken gegenüber Räubern verletzbar, so dass sie meist in selbst gebauten oder natürlichen Höhlen "hausen". Diese Wohnplätze erkennt man an Muschelschalen oder anderen leeren Gehäusen, die direkt vor dem Eingang liegen und von vorangegangenen Mahlzeiten zeugen. Der Hang zum Burgenbau wird auch durch das Bedürfnis der Kraken nach "Rückendeckung" erklärt. Ist kein geeigneter Unterschlupf vorhanden, wird mit Hilfe der Fangarme ein Steinnest oder Steinwall errichtet.

Die Hauptnahrung der Octopusse besteht vor allem aus Krebsen, Muscheln und Fischen, aber auch aus Aas. Als "Wegelagerer" überwältigen sie ihre Beute aus dem Hinterhalt. Das Opfer wird mit Gift aus den hinteren Speicheldrüsen getötet, außerhalb des Mundes verdaut und dann eingesaugt.

Kraken sind bekannt für ihre Lernfähigkeit und außerordentlichen Sinnesleistungen. Sie können von Artgenossen lernen und verarbeiten visuelle Unterschiede, was durch Attrappen- und Spiegelversuche nachgewiesen wurde.