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Kurt, die englische Bulldogge

Hundeprofi Martin Rütter trainiert mit Bulldogge Kurt. Foto: VOX/Mina-Trading

Unerzogen und distanzlos

Wer ist eigentlich Kurt? Wer einmal Bekanntschaft mit dieser schneeweißen englischen Bulldogge gemacht hat, wird sie nicht so schnell wieder vergessen.

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Kurt ist distanzlos, ein unerzogenes Riesenbaby, dessen Weste längst nicht so rein ist wie sein Fell. Er formte bereits die Holztreppe der Maisonette-Wohnung um und tut generell nur was er will. Frauchen Katja ist überfordert, möchte einerseits Kurts flegelhaftem Verhalten ein Ende setzen, andererseits vergöttert sie ihn aber und kann ihm keinen Wunsch abschlagen.

Kein leichter Fall für Martin Rütter. Da Hundetraining in der Regel nur über die zum Hund gehörenden Menschen funktioniert, stößt der Hundeprofi mit seinen Erziehungsmaßnahmen bei Frauchen auf Granit. Kann es Martin Rütter gemeinsam mit Katja schaffen, Kurt ein wenig in die Schranken zu weisen?

Das Training: Aufbau von Struktur und Konsequenz

Katja Krtschil und ihre Englische Bulldogge Kurt beim Training mit dem Gummiknochen. Foto: VOX/Mina-Trading

1. Trainingsschritt: Struktur, Regeln und Abläufe aufbauen

Was in der Beziehung zu Kurt am allernötigsten aufgebaut werden muss, ist Struktur! Ganz klare Regeln und Verbote, Abläufe und "Vereinbarungen", die Kurt klar machen, dass er sich nicht alles leisten kann. Das heißt vor allem Trainingsarbeit im Alltag: wenig bzw. im Idealfall gar nicht auf Kurts Schandtaten eingehen, ihn häufiger auf seinen Platz schicken, erst recht wenn er distanzlos ist und auf Menschen krabbelt, und selbst entscheiden, wann man sich wie mit Kurt auseinander setzten möchte, anstatt immer nur auf ihn zu reagieren. Oberstes Gebot dabei ist Konsequenz. Wenn Kurt mal etwas darf, dann wieder nicht, fängt er an es zu hinterfragen und probiert immer von Neuem, ob sein Verhalten dieses Mal wohl geduldet wird. Auch wenn es schwer fällt: Nein bedeutet Nein, und das immer!

2. Trainingsschritt: Neue Aufgaben schaffen

Wenn Kurt weniger darf und es nicht mehr seine Aufgabe ist, Frauchen zu erziehen, braucht er eine neue Aufgabe, sonst entsteht Frust. Bei Kurt ist es ein Gummiknochen, für den er sich motivieren lässt. Und auch beim Spiel lassen sich alle zuvor genannten Prinzipien durchsetzen: Wenn Kurt hochspringt, um an seinen Knochen zu gelangen, wird er in seinem frechen Verhalten nicht bestätigt, indem der Knochen nicht geworfen wird. Hält er aber Abstand und ist aufmerksam, fliegt der Knochen zur Belohnung!