SONNTAGS I 17:00

Leasing-Ärger

Leasing-Ärger

Rückläufer bereiten Probleme

Der Mietkauf ist bei Firmen und großen Konzernen längst normal und auch bei Privathaushalten wird das Auto-Leasing immer beliebter: Statt alles auf einmal zu bezahlen, kann man günstig leihen und dafür monatlich Raten an die Bank bezahlen. Etwa zehn bis fünfzehn Prozent aller geleasten Fahrzeuge werden inzwischen von Privatkunden angemietet. Doch was viele nicht wissen: Bei der Rückgabe droht Ärger. Denn was der Leasingnehmer als übliche Gebrauchsspuren deklariert, stellt der Autohändler gerne mal für hohe Reparaturkosten in Rechnung!

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Das musste auch Max Freundorfer erfahren, der seinen Toyota Previa nach dreijähriger Leasingzeit wieder an den Hamburger Händler zurückgeben wollte. Zunächst lief alles noch völlig unproblematisch, bei der Übergabe schien alles in Ordnung. Sechs Wochen später dann der Schock: Wegen gravierenden Schäden seien umfangreiche Lackierarbeiten und Reparaturen für insgesamt 4.000,- EUR fällig. Wir fahren mit dem Previa zu einer Fachwerkstatt und lassen uns beraten. Es sind tatsächlich Schäden vorhanden – Steinschläge an Motorhaube und Stoßfänger. Die sind allerdings mit einer einfachen Lackierung zu beseitigen. Kosten: 200,- bis 250,- EUR.

Auch Markus Basner aus Essen tappte in die Leasing-Falle. Bei der Rückgabe seines 3er BMW sollte er für einen Lack- und angeblichen Kupplungsschaden 2.265,- EUR bezahlen. Er ließ die Sachlage bei einer anderen BMW-Niederlassung prüfen. Und siehe da: Die Kupplung war in tadellosem Zustand. Lediglich kleinere Lackschäden mussten ausgebessert werden. Kosten: 600,- EUR.

Rückgabeprotokoll nie voreilig unterschreiben

Verkehrsrechtlerin Silvia Schattenkirchner vom ADAC kennt die Problematik mit den Leasing-Rückläufern. Was als übliche Gebrauchsspuren und was als reparaturbedürftiger Schaden gewertet wird, ist oftmals völlig unklar. Sie rät jedem Kunden, sich bei der Übergabe alles genau protokollieren zu lassen und nicht voreilig ein Rückgabeprotokoll zu unterschreiben.

Auch wenn also ein scheinbar unschlagbares Angebot lockt, sollte man sich vorher genau überlegen, ob man ein Auto leasen will! Das könnte einen letztendlich nämlich teuer zu stehen kommen.