Mein Kind, dein Kind: Carmen und Kerstin haben nichts voneinander gelernt

Kerstin: "Im Prinzip hast du Recht"
Kerstin: "Im Prinzip hast du Recht" Carmen und Kerstin: Zeit für ein Fazit 00:09:02
00:00 | 00:09:02

Die Frauen verlassen "Mein Kind, dein Kind" mit gemischten Gefühlen

Bei "Mein Kind, dein Kind – wie erziehst du denn?" haben sich die beiden Mütter Carmen und Kerstin gegenseitig Zuhause besucht, um den Alltag der jeweils anderen kennenzulernen. Beide haben eine 17-jährige Tochter, die sie mit ihren Erziehungsmethoden versuchen, auf das Leben vorzubereiten. Doch während Carmen bei ihrer Pflegetochter Laura eher locker und liberal rangeht, frei nach dem Motto "Hauptsache glücklich", herrscht bei Kerstin und Tochter Natascha eher ein Befehlston. Kein Wunder, dass bei diesen geraumen Unterschieden während der Aussprache ein eher eisiger Ton herrscht und beide Frauen am Ende des Experiments für sich feststellen: Ich werde meine Erziehung nicht anpassen.

- Anzeige -

Vor der Aussprache hat die sensible "Mein Kind, dein Kind"-Mutter Carmen einige Bedenken. "Was mich total verletzen würde, wäre, wenn Kerstin sehr unsensibel auf mich reagieren würde", fürchtet sie. Schließlich hat sie gegenüber Kerstins eher ruppigem Umgangston mit Tochter Natascha viele Vorbehalte. Liebevoller und altersgerechter mit ihrer Tochter umgehen, das möchte Carmen Kerstin mit auf den Weg geben.

Doch auch Kerstin hat nicht alles gefallen, was sie im Haushalt der "Mein Kind, dein Kind"-Mama Carmen gesehen hat. "Ich erwarte, dass ich ihr noch das ein oder andere mitgeben kann für ihre Erziehung", formuliert sie vorsichtig. Denn, dass Pflegetochter Laura im Haushalt nicht mithelfen muss, ist ihrer Meinung nach nicht förderlich für ihre Selbstständigkeit. Ihre Wäsche selbst waschen zu müssen und auch mal ein paar Tage allein zurechtkommen, hält "Mein Kind, dein Kind"-Kandidatin Carmen hingegen für hinderlich für einen Heranwachsenden. "Es ist ein bisschen zu viel Verantwortung für eine Siebzehnjährige", schätzt sie.

Carmen und Kerstin: Die Mütter konnten nichts voneinander lernen

Etwas, was Carmen auch besonders schätzt, ist ein nachhaltiger Lebensstil. Mit ökologischen und regional produzierten Lebensmitteln will sie Pflegetochter Laura eine gesunde und für die Umwelt unbedenkliche Lebensform näher bringen. Für solchen Schnickschnack hat "Mein Kind, dein Kind"-Mama Kerstin aber keinen Kopf. "Ich weiß, im Prinzip hast du recht", gibt sie zwar zu. "Ich muss aber wirklich auf den Preis achten."

Schnell deutet sich an: Carmen und Kerstin können nichts voneinander lernen. Zwar gibt "Mein Kind, dein Kind"-Tauschmama Carmen vor: "Nachhaltigkeit und Ernährung, da werde ich mit Sicherheit drüber nachdenken". Doch auch einige Wochen nach dem Experiment hat sich an den Essgewohnheiten von ihr und Tochter Natascha nichts geändert. Auch Carmen zieht es vor, Laura weiterhin frei von Zwängen und Pflichten aufzuziehen und ihrem Pflegekind eine beschwerte Jugend zu ermöglichen. Beide Mütter stehen nur noch in losem Kontakt zueinander.