MIA. im exklusiven Interview

MIA. erzählen im exklusiven Interview von ihrem neuen Album "Tacheles"
MIA. erzählen im exklusiven Interview über ihr Come back mit neuem Album "Tacheles" © H.Flug

“Wir haben wieder bei Null angefangen.”

Lange war es ruhig um MIA., die Band rund um die Frontfrau mit dem Künstlernamen “Mieze Katz”. Ihr erfolgreichster Hit “Tanz der Moleküle” klingt auch nach Jahren noch im Ohr. Nach einer dreijährigen Auszeit sind sie nun mit ihrem brandneuen Album “Tacheles” zurück. Wir haben sie exklusiv getroffen und über ihre Zeit abseits der Bühne und die neue Single “Fallschirm” befragt - und wie es so ist, sich selbst im Radio zu hören ...

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von Nicole Feybert

Glückwunsch zu eurem neuen Album “Tacheles”! Wie seid ihr auf den Namen gekommen?

Mieze: Eigentlich kam der Titel zu uns. Wir waren auf der Suche nach einem Titel und total sensibilisiert auf Worte, die zu uns passen. Aber wir sind verschiedene Menschen mit verschiedenen Köpfen und Vorstellungen - Jeder hat mal einen Titel vorgeschlagen, bei dem die anderen gesagt haben “Ok, der nächste bitte ...” Und dann fiel in einem Gespräch das Wort “Tacheles”. Da war Ruhe im Karton. In dem Moment war uns klar: wir haben einen Titel gefunden! „Tacheles“ - Denn wir stehen für eine direkte Art, Dinge anzusprechen.

Eure erste Singleauskopplung “Fallschirm” wird im Internet von euren Fans ja schon leidenschaftlich diskutiert. Wie wichtig ist euch der direkte Austausch mit den Fans?

Gunnar: Das ist eine gute Chance, sich das Feedback direkt abzuholen. Davor gab es das nur auf Konzerten, durch Emotionen, Mitsingen, Geräuschpegel ... und jetzt gibt es das auch in Wort und Ton. Wir haben einen Fanclub, mit dem wir in engem Kontakt stehen. Es freut uns, wenn Leute uns unterstützen, denn es ist ja viel Zeitaufwand, der dahinter steht. Wann immer wir können, lesen wir Kommentare und schauen, was gewünscht wird.

Ihr habt euch drei Jahre Auszeit genommen, wie habt ihr diese Zeit für euch persönlich genutzt?

Gunnar: Wir haben vom Herbst 2009 bis zum Spätsommer 2010 tatsächlich eine Pause gemacht und im August 2010 angefangen, an diesem Album zu arbeiten. Wir haben bei Null angefangen. Wir sind nicht zusammengekommen und jeder hatte eine Handvoll Songs im Rucksack, sondern die Köpfe waren leer, und es gab einen Haufen Ideen. Die musste man erst einmal einfangen und hörbar machen. Deshalb hat es so lange gedauert, bis man wieder was von uns gehört hat.

Mieze: Mehr Zeit bedeutet in diesem Fall auch mehr Qualität. Es ist nicht immer “je schneller, desto besser”, sondern gerade beim Schreiben sollte man sich Zeit nehmen. Wenn ich nochmal eine Nacht oder zehn Nächte mit einem Lied verbringen darf, dann macht das einen Unterschied. Vielleicht fühlt sich „Tacheles“ deshalb nochmal so an, wie das erste Album.

"Wir haben gelernt, schneller auf den Punkt zu kommen."

MIA. im exklusiven Interview
Die erste Single vom neuen Album "Fallschirm" ist ab dem 24.02. im Handel

Wie sehr habt ihr in dieser “Auszeit” das gemeinsame Arbeiten und auf-der-Bühne-stehen vermisst?

Gunnar: Einerseits hat man die Auszeit natürlich genossen. Keinen Kalender zu haben, keine durchgeplante Woche nach dem Motto “was ist alles zu erledigen”. Das war für mich persönlich der größte Luxus. Keine konkreten Pläne zu haben außer denen, die ich mir selber mache. Aber es gibt natürlich auch andere Situationen. Spätestens wenn ich zu einem Konzert gegangen bin und mir das angesehen habe, wollte ich gerne die Rollen tauschen. Dahin, wo man sich eigentlich hin sehnt!

Wie hat sich eure Musik vom ersten bis zu diesem Album verändert?

Bob: Wir haben einen sehr guten Bogen gespannt. Seit dem ersten Album wurden viele neue Facetten dazugelegt, und in diesem Album vereint. Vieles ist genauer geworden, man weiß, wie es im Idealfall für uns klingen muss, während in der ersten Zeit die Faszination des “Musik-machens” ganz groß ist. Inzwischen weiß man, wie das Optimum klingen muss und wie man schneller an diesen Punkt kommt.