SONNTAGS I 17:00

Neue Kindersitzregelung

Rückwärts statt vorwärts

Welche Kindersitze verwenden Sie eigentlich für Ihr Kind? Am bekanntesten sind in Deutschland die nach vorne gerichteten Kindersitze. Dabei haben die Eltern ihre Kinder auf der Rückbank zwar bestens im Blick, aber sind sie auch sicher und schützen das Kind im Falle eines Unfalls ausreichend?

- Anzeige -
Neue Kindersitzregelung

In Schweden gehören seit Jahren rückwärts gerichtete Kindersitze, sogenannte Reboarder, zur Standardausrüstung im Familienauto. Ihre Sicherheit konnten sie bereits unter Beweis stellen: In den letzten zehn Jahren ist in Schweden kein Kind in einem solchen Kindersitz ums Leben gekommen.

Die Gründe für die höhere Sicherheit rückwärts gerichteter Kindersitze lassen sich leicht erklären: Der Kopf von Kleinkindern ist im Vergleich zu Erwachsenen - in Relation zum Körper - deutlich größer. Dies wird kleinen Kinder bei Autounfällen oft zum Verhängnis. Rückwärts gerichtete Kindersitze bieten dem Kinderkörper bei einem Frontalcrash einen deutlichen besseren Schutz. Daher hat sich die EU nun für eine neue Kindersitzregelung, die i-Size-Regelung, ausgesprochen. Diese soll in den nächsten Jahren in Kraft treten und unter anderem rückwärts gerichtete Kindersitze für Kleinkinder bis 15 Monate verpflichtend machen.

Doch viele Eltern sind aufgrund unklarer und vergleichsweise schlechter Testergebnisse verunsichert. Aber wie kommen die zustande? Beim ADAC zum Beispiel fließen auch Aspekte wie der Einbau ins Gesamtergebnis ein. Dadurch kann auch der sicherste Kindersitz schnell mal auf den hinteren Plätzen landen. Betrachtet man jedoch nur den Sicherheitsaspekt, liegen die rückwärts gerichteten Kindersitze deutlich über den konventionellen, in Fahrtrichtung montierten Kindersitzen.

Bereits beim Kauf macht sich ein deutlicher Unterschied bemerkbar. Reboarder sind im Vergleich zu vorwärts gerichteten Kindersitzen deutlich teurer. Zwischen 300,- und 530,- EUR müssen Eltern dafür auf den Tisch legen. Auch der Einbau der Reboarder dauert in unserem Test etwas länger. Schuld daran ist die feste Verankerung. Doch die soll schließlich auch mehr Sicherheit bieten.