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Patient Waschbär

Patient Waschbär

Kletterbegabte Kulturfolger

Waschbären stammen ursprünglich aus Nord- und Südamerika, seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind sie auch hierzulande anzutreffen. Aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit haben sie sich zu so genannten Kulturfolgern entwickelt, die sich in der Nähe des Menschen ansiedeln. Sie ernähren sich von Früchten und Insekten der Gärten, aber auch von Speiseresten im Müll, zum Schlafen ziehen sich die kletterbegabten Kleinbären gerne auf Dachböden oder in Garagen zurück, weshalb sich die possierlich aussehenden Tiere bei vielen Menschen nicht gerade großer Beliebtheit erfreuen.

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Großziehen von Wildtieren

Im Frühjahr und Sommer kommt es oft vor, dass man bei Waldspaziergängen Tierkinder findet, die anscheinend mutterseelenallein und verlassen im Gestrüpp hocken. Oft sind die Eltern der Tiere nur vorübergehend weg, so dass die Kleinen keine menschliche Hilfe benötigen.

Dennoch gibt es auch Tierwaisen, deren Mutter bei einem Autounfall oder von wildernden Haustieren getötet wurde. Solche hilflosen Jungtiere brauchen dringend kompetente Pflege, um überleben zu können. Der Tierarzt oder die Wildtierstation sind hier die beste Anlaufstelle.

Der Praxisfall

Patient Waschbär

Dr. Wolf wird zu einem verwaisten Waschbärbaby gerufen, dass mit der Flasche großgezogen wird. Das etwas 4 bis 6 Wochen alte Tier wurde vor einigen Tagen in einer Wildtierstation abgegeben und dann an die Tierfreundin Ursula Hundhausen übergeben, die sich mit der Aufzucht von Wildtieren sehr gut auskennt.

Der Tierarzt verabreicht dem Waschbären eine Portion Entwurmungspaste, was in den beiden darauf folgenden Tagen und dann zweimal im Abstand von einer Woche wiederholt werden soll.

Im Alter von 8 und 12 Wochen ist auch eine Impfung gegen die gängigen Hundekrankheiten Staupe, Parvovorose, Leptospirose und Tollwut notwendig, da diese auch auf Waschbären übergreifen können.

Auswilderung

Da Waschbären nicht als Haustiere geeignet sind, muss der Kleine ausgewildert werden, wenn er ausgewachsen ist. Sollte eine Übergabe in die freie Natur nicht gelingen, wird der Vierbeiner in einen Zoo oder einen Wildtierpark umziehen.

Buchtipp: Findeltiere. Aufziehen und auswildern

Brandes, Florian

Ulmer, 2009

ISBN 978-3-8001-5456-2, EUR 19,90

160 Seiten, zahlreiche Farbfotos

Buchtipp: Tierfindlinge. Aufzucht, Pflege, Auswilderung

Plass, Jürgen

Ulmer, 2006

ISBN 978-3-8001-5199-8, EUR 19,90

176 Seiten, zahlreiche Farbfotos

Der Waschbär

Hohmann, Ulf

Oertel & Spörer, 2005

ISBN 978-3-88627-304-1, EUR 12,00

200 Seiten, zahlreiche Farbfotos

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