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Pituka: Analyse und Training

Pituka droht seinem Frauchen
Pituka droht seinem Frauchen 00:01:51
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Pituka ist misstrauisch und aggressiv

Pituka ist ein Sensibelchen und nimmt seinem Frauchen vieles krumm. Als Junghund musste er oft gegen seinen Willen medizinisch versorgt werden und hat somit gelernt, dass ihm nichts Gutes geschieht, wenn Silvia auf ihn zugeht. Das konnten auch die vielen positiven Erlebnisse mit seinem Frauchen nicht wieder aufwiegen. Also fing er aus Unsicherheit und Misstrauen an zu knurren. Dies steigerte sich so extrem, dass die Halterin ihren Hund nicht einmal mehr anleinen, geschweige denn anfassen konnte, weil Pituka so massiv drohte. Im Gegensatz dazu konnten alle anderen Menschen aber alles mögliche mit Pituka anstellen, nur bei ihr reagierte er stets so extrem.

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Hundeprofi Martin Rütter
Kann Hundeprofi Martin Rütter Vertrauen schaffen? © Frau Peulen, Hund Pituka

Das Training: Vertrauen schaffen

1. Trainingsschritt: Zunächst musste der skeptische Hund eines Besseren belehrt werden. Das heißt, dass Silvia nicht einmal ansatzweise irgendetwas Negatives mit Pituka machen sollte. Sie sollte sich ihm gegenüber sogar zunächst extrem ignorant verhalten, um zu signalisieren, dass sie kein Interesse an ihm hat. Und er sich folglich in ihrer Anwesenheit entspannen kann.

2. Trainingsschritt: Nach der Ignoranzphase wird Pituka umkonditioniert. Soll heißen, dass er bei Ansprache nichts Negatives mehr zu befürchten hat, sondern mit einer positiven Bestätigung belohnt wird. Er wurde in dieser Phase oft gerufen und zur Belohnung flog ein Leckerchen. Pituka kommt also skeptisch angelaufen und ist dann überrascht, dass er etwas Leckeres zu fressen bekommt. So soll die Skepsis mit der Zeit abgebaut werden. Ein paar Wochen später traute sich die Halterin schon zu, ihn auch aus der Hand zu füttern, denn selbst das war anfangs nicht möglich.

3. Trainingsschritt: Auch wenn Pituka aus seinem Napf fraß, knurrte er, wenn sich Frauchen näherte. Ein weiterer Schritt im Trainingsprogramm war, dass sie sich schrittweise dem Napf näherte und von seinem Drohen nicht beeindrucken ließ. Kombiniert wurde das mit einer "Ansprechübung". Das heißt, Frauchen rief ihn und warf dann etwas Besseres als das, was er im Napf hatte, hin. So konnte sie bald um Pituka herum gehen, ohne dass sie angeknurrt wurde.

4. In weiteren kleinen Schritten wurde nun das Anleinen und Anfassen geübt. Immer mit dem Wissen, dass man eine Situation wieder beendet, bevor sie Pituka zu unangenehm wird. Bevor Pituka also knurrte, war die streichelnde Hand schon wieder weg. Nach und nach konnte so der Zeitraum ausgedehnt werden. Da Pituka aber extrem sensibel und skeptisch ist, wird er nie ein Schmusehund werden.