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Polnischer Mischling Tiesto

Ehepaar Sebastian und Anna Homeyer, Hundeprofi Martin Rütter, Mischlingshund Tiesto. Foto: VOX/Mina TV GmbH

Ein Fall von mangelnder Sozialisierung

Tiesto ist etwas speziell. Der kleine dunkle Mischling von einem polnischen Tiermarkt hat so seinen ganz eigenen Kopf. Besuch wird furchtbar angekläfft, und spätestens wenn man ihn nach einem Spaziergang sauber- und trockenrubbeln will, hört der Spaß komplett auf. Der Hundeprofi soll dafür sorgen, dass Tiesto die Handtuchaktionen geduldig über sich ergehen lässt, anstatt zu knurren und zu schnappen.

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Das Hauptproblem ist eigentlich, dass das Herz der Halter über den Verstand gesiegt hat. Denn bei der Welpenauswahl sollte man genau hingucken, und auf keinen Fall einen Hund vom Markt kaufen. Tiesto ist wie viele dieser Hunde nicht ausreichend sozialisiert, und das macht sich in Unsicherheit bemerkbar, die häufig in Aggression endet.

Das Training: Vertrauen schaffen und Umdeuten

Ehepaar Sebastian und Anna Homeyer, Mischlingshund Tiesto. Foto: VOX/Mina TV GmbH

1. Trainingsschritt: Rückzugsmöglichkeit schaffen

Um das Familienleben entspannter zu gestalten, wurde Tiesto zunächst an eine Hartplastikbox gewöhnt, in der er eine Rückzugsmöglichkeit findet und die Gewissheit, dass er hier v.a. von Besuchern in Ruhe gelassen wird und sicher ist. Auch für die Menschen ist diese Box eine große Sicherheit, weil man nicht ständig nach Tiesto gucken muss und darauf gefasst sein muss, dass vielleicht eine blöde Situation mit der Tochter entsteht. Ganz wichtig ist dabei die Tatsache, dass Tiesto nicht einfach weggesperrt werden soll, sondern dass zunächst ein bisschen Luft und damit Entspannung geschaffen werden soll.

2. Trainingsschritt: Umdeuten von Handtuchsberührungen

In klitzekleinen Schritten soll Tiesto lernen, dass Berührungen mit dem Handtuch für ihn nichts Schlimmes bedeuten, sondern im Gegenteil mit etwas Positivem für ihn verbunden sind. In seinem Fall war es Käse! Die Berührungen finden zunächst an den Stellen statt, an denen Tiesto sowieso toleranter ist. Und sie sind sehr kurz. Wenn er sich gerade darüber aufregen will, ist die Situation auch schon wieder vorbei. So wird bei ihm eine andere Erwartungshaltung etabliert. Besonders wichtig ist in dieser Zeit, dass er nicht in der alten Intensität mit dem Handtuch abgerubbelt wird, denn damit macht man sich das gesamte Training wieder kaputt. Auch wenn er also dreckig und nass ist, egal! Übergangsweise muss er auch so mit in die Wohnung dürfen!

3. Trainingsschritt: Steigerung

Sobald das Prinzip verstanden ist, kann das Käse-Handtuch-Training schwieriger gestaltet werden. Entweder wird Tiesto länger oder an heikleren Stellen berührt, bis man die Intensität wieder deutlich steigern konnte.