SONNTAGS I 17:00

Puppenspieler Martin Reinl

Puppenspieler Martin Reinl
© Bernd-Michael Maurer

Traumberuf Puppenspieler

Viele Fernsehzuschauer kennen Sie und Ihre Puppen aus der WDR-Sendung "Zimmer frei" und von SuperRTL. Wie entsteht die Idee zu den Puppen?

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Da gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Auf der einen Seite gibt es Figuren, die detailliert geplant werden. Da entstehen vorher genaue Zeichnungen und Pläne über das Aussehen und den Charakter. So war es zum Beispiel beim "Haselhörnchen" für Super RTL.

Andererseits gibt es aber auch Figuren, die einfach spontan und durch Zufall entstehen und "einfach plötzlich da" sind, wie zum Beispiel das "alte Zirkuspferd", das man aus "Zimmer frei" kennt.

Schreiben Sie auch die Texte für die Puppen?

Ja, ich schreibe alles selbst. Obwohl ich gerne auch sage, dass die Figuren ihre Texte selber schreiben. Gerade wenn ich improvisiere, bin ich manchmal selbst darüber überrascht, was die Figuren mir alles erzählen.

Welche Puppe spielen Sie am liebsten und warum?

Grundsätzlich liebe ich die Typen, die eine kleine Macke haben und ein paar Geheimnisse mit sich rumtragen, wie der "Jammerlappen" oder das "alte Zirkuspferd". Mich reizen Charaktere, deren Leben nicht ganz so perfekt ist und die ein paar Geheimnisse mit sich herum tragen. Im wahren Leben ist es übrigens ganz ähnlich!

Gibt es eine bestimmte Puppe, die Sie gerne einmal spielen würden?

Ich baue und entwickele meine Figuren ja alles selbst, von daher setze ich meine "Traumrollen" immer sehr zeitnah in die Realität um.

Grundsätzlich würde ich gerne mal eine meiner Puppen in einen großen Kinofilm einsetzen, inklusive wilder Action-Verfolgungsjagd und großer Liebesszene.

Wie kommt man auf die Idee, Puppenspieler zu werden?

Ich war schon als Kind der größte Fan der "Sesamstrasse" und der "Muppet Show" und wollte so etwas immer machen. Ich habe schon immer aus irgendwelchen Stoffresten kleine Puppen zusammen gebaut. Als ich dann später Film & Fernsehen studierte, fing ich an, mit meinen Figuren kleine Filme, Shows und Sketche zu inszenieren. Das schien nicht nur mir, sondern auch meinem Publikum zu gefallen und so bin ich tatsächlich in meinen Traumberuf gerutscht.

Was ist die größte Herausforderung an diesem Job?

Puppen haben das gleiche Problem wie Zeichentrickfiguren: Sie werden automatisch erstmal in die "Kinderschublade" gesteckt. Ich sehe es als große Herausforderung an, den Menschen zu zeigen, was für ein Zauber in den Figuren auch für Erwachsene stecken kann, wenn sie nur gut inszeniert und gespielt werden.

Benno Benz: Idee und Texte

Puppenspieler Martin Reinl
© Bernd-Michael Maurer

Wie entstand die Idee für Benno Benz?

Eine befreundete Produktionsfirma hatte die Idee zu den Spots, in denen "unnützes Wissen über Autos" lustig präsentiert werden sollte. Da man für diese absurden kleinen Fragen einen ebenso absurden kleinen Moderator brauchte, bat man mich, die Sache in die Hand zu nehmen.

Warum ist Benno Benz eine Puppe?

Wir brauchten einen passenden Gegenpart zur Moderatorin Birte Karalus.

Er durfte also weder eine Frau, noch ein Mensch sein. So wurde Benno zwangsläufig ein Mann und eine Puppe!

Wie entstand die Hülle von Benno Benz. Gab es ein bestimmtes Vorbild?

Benno ist ein Original und sein eigenes Vorbild.

Was hat Benno Benz für einen Charakter?

Benno weiß alles über Autos. Zumindest bildet er sich das ein. Das, was wir vielleicht für "unnützes Wissen" halten, sind für ihn hochinteressante und wertvolle Fakten.

Was macht Benno Benz in der Sendung?

In seiner eigenen Rubrik serviert Benno Benz uns lustige Fakten aus der Welt der Autos.

Alles verpackt in kleinen Szenen, bei denen der Zuschauer auch mitraten kann.

Außerdem präsentiert er regelmäßig den "Zuschauerbrief der Woche".

Reale Briefe, die so absurd sind, dass sie ein Comedy-Autor niemals schreiben könnte.

Sie spielen mit Benno Benz einen leidenschaftlichen Autofahrer. Wie sieht es mit Ihnen aus?

Sagen wir es mal so: Ganz so ein Experte wie Benno Benz bin ich sicher nicht, aber ich erkenne ein Auto wenn ich es sehe.