"Real Cool Runnings": Der Tag des Eisschnelllauf-Marathons

Der große Tag auf dem Weissensee

Endlich ist der Tag, auf den die Kenianer zehn Wochen lang hingearbeitet haben - nur das Wetter spielt nicht mit. Es hört nicht auf zu schneien, und das Eis ist mittlerweile von einer dicken Schneeschicht bedeckt. Bei dem Marathon auf dem Weissensee laufen internationale Top-Eisschnellläufer mit. Da Anni wegen ihrer Schwangerschaft nicht mitlaufen kann begleitet ihr Mann, der niederländische Eisschnellläufer Ids Postma, die Kenianer. Er hat seine Bedenken: "Wenn Schnee liegt, stürzt man öfter."

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Um sieben Uhr morgens lässt Anni dann den Startschuss fallen. Die Männer beginnen mit der ersten von acht Runden auf dem Weissensee. "Wichtig ist, dass sie die ersten Runden, wo es noch dunkel ist, relativ langsam fahren", weiß Anni. Denn die Fahrbahn ist nicht überall beleuchtet und ein Massensturz sollte möglichst vermieden werden. Doch das ist nicht das einzige Problem: Der starke Schneefall macht das Eis immer rutschiger und besonders Isaac hat seine Schwierigkeiten beim Fahren. Immer wieder stürzt der Kenianer und fällt früh zurück. Der Spitzenreiter der ersten Runde ist, wie erwartet, Leonard. Anni ist jetzt schon stolz: "Alle stehen noch."

In der zweiten Runde sind die Kenianer das erste Mal länger als zwölf Kilometer am Stück auf dem Eis. Anni will die Jungs stärken und mit Getränken und Essen versorgen, doch nicht alle sind davon begeistert. Leonard will einfach keine Pause einlegen. Anni versucht ihn zu überreden, aber der Kenianer weigert sich. Die Eisschnellläuferin macht sich Sorgen: "Leonard muss ich in der nächsten Runde stoppen." Doch das funktioniert nicht und die Trainer befürchten, dass er auf dem Eis kollabieren könnte.

Das Ziel ist greifbar nah

Sammys Energiereserven reichen nach fünfzig Kilometern nicht mehr aus. Anni versucht ihn zu beruhigen: "Kein Stress! In drei Runden hast du es geschafft." Der Kenianer kämpft entschlossen weiter und Anni schafft es endlich, Leonard zu einer kurzen Pause zu überreden. Die letzten zwei Runden sind dann für das Team besonders hart. Vor allem Isaac tut sich schwer und fällt oft. Doch er will um keinen Preis aufgeben und kämpft weiter. Das Ziel ist greifbar nah.

Es geht in die letzte Runde. Trotz großen Schmerzen und Erschöpfung, gibt das Team nicht auf. Schließlich ist es so weit: Leonard ist im Ziel. "Ich fühle mich wie ein richtiger Champion", verkündet der Kenianer stolz. Wenige Minuten später kämpft sich Sammy ins Ziel. Auch Isaacs Mühen haben sich gelohnt. Dank der Unterstützung von Ids schafft auch er es den Marathon zu beenden. Isaac ist jetzt klar: "Wenn du ein Ziel hast und daran glaubst, dann wirst du es schaffen."

Anni ist stolz auf ihre Jungs. Nach dem harten Training und vielen Rückschlägen ist das "Team Kenia" endlich am Ziel.